Indien
«Eine Tänzerin in Indien erhält nach der Vorstellung in der Regel eine Gage von 5000 Rupien», so der zeitgenössische Choreograf und Kathak-Tänzer aus Kolkata. Das sind etwas weniger als 70 Euro. Gezahlt wird in bar, und zwar in jenen 1000er- und 500er-Scheinen, die seit dem 8. November ungültig sind. In jener Nacht wurden 86 Prozent des gesamten indischen Bargelds ohne Vorankündigung wertlos, angeblich, um den Umlauf unversteuerten Einkommens einzudämmen. Versteuert werden in Indien jedoch Gewinne erst ab 300 000 Rupien im Jahr.
«So viel Geld macht in Indien vielleicht 20 Prozent der Bevölkerung, Tänzer sind kaum darunter», glaubt Iyengar, der im Moment in Italien und Frankreich auf Tournee ist. Klar, sagt er, man könnte die Gage den Tänzern nun überweisen, doch 80 Prozent der notleidenden Bevölkerung hat keinen Zugang zu einem Konto. Geht der Tänzer mit einem Scheck zur Bank, wird der nicht eingelöst. Selbst einen Monat nach der Vernichtung von Geld im Wert von insgesamt 288 Milliarden Dollar verfügen die Banken noch immer nicht über Bargeld. Die neuen Scheine werden noch gedruckt. Die einen sagen, dies sei die raffinierteste Bankenrettung seit Langem, andere ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2017
Rubrik: Persönlich, Seite 32
von Arnd Wesemann
Gerade ist er dabei, ein neues Programm für die zukünftige Residenz seiner Kompanie am Königlich Dänischen Opernhaus im Hafenviertel von Kopenhagen zu lancieren. In seiner Funktion als Leiter von Dansk Danseteater, das seit seiner Gründung 1981 auf einen Mix aus Klassik und Moderne setzt, begegnen Tim Rushton viele Tänzerinnen und Tänzer – doch nicht alle ...
Die Verwandlung geschieht etwas arg plötzlich. Eben noch bastelt der Puppenmacher Coppélius an einem Gliederrohling, schon kommt das fertige Ballerinenmädchen auf einem Tisch aus den Kulissen gefahren und klappert mit den Augen. Erste steife Verrenkungen bedürfen noch manueller Unterstützung. Dann aber entfaltet das Maschinenwesen ein recht forsches Eigenleben...
Jochen Sandig wird 2019 Intendant der «Ludwigsburger Schlossfestspiele». So soll sich das klassisch orientierte Festival nach dann zehn Spielzeiten unter Thomas Wördehoff neu ausrichten. Der 48-jährige Kulturmacher und Produzent Sandig, der sich in Berlin vom Tacheles über die Sophiensäle bis zum Radialsystem V als Gründerfigur par excellence etabliert hat,...
