In Transition
«Balletttänzer ist ein schwerer Beruf.» Als 17-jähriger Ballettstudent an der Münchner Heinz-Bosl-Stiftung hörte ich diesen Satz das erste Mal und hatte keine Vorstellung davon, was genau damit gemeint war. Dass die körperlichen Anforderungen durchaus beachtlich sein würden, war mir bewusst. Jedoch erschien mir die Zukunft, so ich den Schritt vom Studenten zum professionellen Balletttänzer meistern sollte, als glückliche und nie enden wollende Erfüllung meines Kindheitstraums.
Auf meine Nachfrage, was denn genau damit gemeint sei, antwortete mir die große Konstanze Vernon damals, dass der Tänzerberuf eine sehr intensive und beglückende, aber auch eine sehr kurze Laufbahn sein würde. Mit spätestens Ende 30 ist es vorbei, und es wird sehr schwierig sein, einen zweiten Beruf zu finden, der ähnlich viel Hingabe erfordert – so formulierte es Konstanze Vernon. Doch aus meiner damaligen Sicht waren die vor mir liegenden 20 Jahre ein ganzes Leben, und ich fand es abwegig, diese Zeitspanne als kurz zu bezeichnen. Ich wollte tanzen, und ich habe getanzt – mit Leidenschaft. Dann fiel irgendwann der letzte Vorhang, und ich musste unweigerlich an Konstanze Vernon und ihre Einschätzung denken.
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Tanz Februar 2019
Rubrik: Hinter den Kulissen, Seite 62
von Michael Banzhaf
Ob große Politik, ob Kulturkrawall in der Provinz – der Rund-um-die-Uhr-Schreiber Kurt Tucholsky nahm alles aufs Korn. 1920 zerrte er eine Modeerscheinung aufs Satire-Schafott, die seit der Kriegsniederlage und den revolutionären Unruhen an der Jahreswende 1918/19 prächtig gedieh. Der Kaiser war ins Exil verschwunden, die Sozialdemokratie mit der Heeresleitung...
Viele würden die Metapher vom Tanz auf dem Vulkan bemühen. Da sind der Klimawandel, die Wiederkehr von Populismus, Abschottung und Kriegsgefahr sowie die Gewalt sozialer Ungleichheit. Doch die Reichen dieser Welt tanzen weiter, wie auf der Titanic. Maguy Marin hat das alles abgearbeitet, in ihrem vorherigen Stück, «DEUX MILLE DIX SEPT». In Großbuchstaben. Sie kann...
Rudolf Nurejew
Einmal mehr steht er im Zentrum der Aufmerksamkeit, kriegt einen ganz -großen Leinwand-Auftritt. Ralph Fiennes, seit «Schindlers Liste» ein Star auch hierzulande, verfilmt mit «The White Crow» das dramatische Leben des Tänzers, der im Westen sein Glück machte, aber keine Heimat mehr fand. Das Schicksal, das Gerhard Brunner fürs tanz-Jahrbuch 2018...
