In der Anstalt

In London verlegt der britische Erfolgschoreograf Matthew Bourne Shakespeares Tragödie «Romeo und Julia» in die Geschlossene

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Das Ensemble ist vor allem eines: jung. Das hat der britische Choreograf Matthew Bourne -ausdrücklich betont, als er sich unlängst dem traditionellen «Romeo und Julia»-Stoff zuwandte und neben den jugendlich-frischen 18 Tänzerinnen und Tänzern seiner Kompanie New Adventures zusätzliche sechs Mitwirkende im Alter von 16 bis 19 Jahren vor Ort für die Produktion verpflichtete. Ein lobenswerter Zug, geht es dem populären Tanzmacher doch erkennbar um die Förderung vielversprechender Nachwuchskräfte.

Schauplatz seiner aktuellen «Romeo und Julia»---Lesart ist das in den USA angesiedelte Verona Institute, eine Art Anstalt, die ein bisschen Internat, psychiatrische Einrichtung und Justizanstalt zugleich sein will – ein Umstand, der die Glaubwürdigkeit der dramatischen Entfaltung empfindlich beeinträchtigt,- zumal das Setting, und folglich auch die Aktionen in ihm, keiner zwingenden Logik zu folgen scheinen. Unbeschwert turnen die Youngsters durch die Szene, als sei diese ein Spielplatz.

Die imposante Einheitsbühne von Les Bro-therston bestimmt ein halbkreisförmiger, weiß gekachelter Bau mitsamt erhöhtem Überwachungssteg, durchbrochen von zwei mit der Aufschrift «girls» bzw. «boys» ...

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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Mike Dixon

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