Im Tanzpalast

Hellerau bereitet sich auf sein 100-jähriges Jubiläum vor. Sein berühmtes Festspielhaus leuchtet wieder. Ein neuer Intendant, Dieter Jaenicke, ein großer Künstler, William Forsythe, und die Avantgarde geben dem Tessenow-Bau wieder Glanz.

Tanz - Logo

An Hellerau kommt keiner vorbei. «Stop» signalisiert das neue Logo, die Silhouette des Festspielhauses in ein großes H eingebettet. H wie Hellerau eben, wie Haltestelle, wie Hoffnung. Glaubt Dieter Jaenicke – und wünscht sich, dass man in zwei Jahren beim H nicht mehr an Straßenbahn, sondern unwillkürlich ans Europäische Zentrum der Künste Dresden denkt, das dort seit fünf Jahren beheimatet ist.

«Hellerau leuchtet» tatsächlich, seitdem der neue Direktor Anfang des Jahres mit großem Enthusiasmus sein Amt antrat.

Das Haus wird in der Nacht entsprechend angestrahlt. Schon vor zwei Jahren erschien dazu im Verlag der Kunst Dresden unter dem Titel «Hellerau leuchtete» ein Lesebuch, noch in Vergangenheitsform. Ehrhardt Heinold und Günther Großer beschwören in Zeitzeugenberichten und Erinnerungen die «goldenen Jahre» einer Gartenstadt, die 1909 der Tischler und Möbelfabrikant Karl Schmidt gründete: kein Wolkenku-ckucksheim, sondern eine pädagogische Provinz, in der nach dem Willen der Initiatoren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Utopie gewagt wurde. «Ein damals neuartiges Experiment», findet der deutsch-britische Schriftsteller Peter de Mendelssohn in seinem Essayband «Unterwegs mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2009
Rubrik: Report, Seite 50
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ludica: «The Corner»

Wir wären gern drin, mittendrin. Denn drinnen geht’s ab: Die Menschen grölen, jubeln, lachen. Eine E-Gitarre jault. Ein Mann (er muss ein Star sein!) redet mit dem Publikum, das auf jedes seiner Worte enthusiastisch reagiert. Man meint die schweiß- und bühnennebel-getränkte Luft zu atmen, sieht sich selbst im bläulichen Licht des Konzertraums in der unruhigen Menge...

Interview: Philip Taylor zur Tour von «Blind Date»

Philip Taylor,
in Ihrem neuen Stück arbeiten Sie zum ersten Mal mit einem «Mixed-Ability»-Ensemble – drei Ihrer sechs Tänzer sind blind. Behindert Sie das bei der Arbeit?                    Behindern? Nein. Natürlich muss man sich darauf einstellen. Davon abgesehen ist die Arbeit gerade wegen der ungewohnten Umstände unheimlich kreativ. Ich habe selten so viel...

Zugvögel

Freiheit so fühlt sich dieser Tanz an. Mit Macht treibt er voran, strömt auf die Bühne wie angesogen von der ersehnten Aussicht, taumelt weiter, schneller, schwindelerregend, immer näher an den endlosen Himmel heran. Leidenschaftlich werfen die Tänzer ihre Arme und Beine in die Luft, als wären es Flügel und sie könnten sich in die Luft schwingen und das Dach des...