Im Beton der Egalité ist alles egal

Die Politik entdeckt den HipHop als Zement, um in Frankreichs Banlieues soziale und kulturelle Brücken zu bauen. Oder doch eher Einbahnstraßen? Nach den Krawallen eine Bestandsaufnahme aus den vergessenen Inseln Suresnes, Chelles, Le Blanc-Mesnil

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Zehntausend Autos und über zweihundert öffentliche Einrichtungen wie Postämter, Schulen usw. und auch einige Theater wurden während der Aufstände im November 2005 in Frankreichs Vorstädten in Brand gesteckt. Am rechten Rand sieht das Land in den Jugendlichen unheilbare Kriminelle. Der linke Rand spricht ihnen die Intelligenz zur Revolution ab: Sollen sie doch lieber in den Vierteln der Reichen wüten (weil wir uns selbst nicht trauen), anstatt ihre eigenen Autos und Einrichtungen zu zerstören.

Ihr Protest richtet sich auch gegen die Unmenschlichkeit der Architektur, meint der Architekt Lucien Kroll. Zu viel gewollte Ordnung im Stadtbild ist auch eine Form von Gewalt. In sozial gleich benachteiligten Vierteln, deren Struktur aber natürlicher wachsen konnte, entlud sich weit weniger Aggression. Plattenbauten erzeugen Straftaten, folgert Kroll. Die villes nouvelles wie Sarcelles oder Saint-Quentin-en-Yvelines entstanden in den 1970er Jahren. Seitdem sind Menschen dazu verdammt, in ihnen zu leben: ein produktivistisches Städtebild, das die wuchernde Banlieue strukturieren sollte, inspiriert von Stalins Plattenbauten. Kein Planer kam auf die Idee, sich die Frage nach der Lebensqualität ...

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Tanz März 2007
Rubrik: Les Banlieues, Seite 12
von Thomas Hahn

Vergriffen
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