Hoffnungsträger: Klaus Lederer
Ein Hoffnungsträger? Sicher nicht, wenn man sich die bedeutenden Personalentscheidungen anschaut, die Berlins Kultursenator Klaus Lederer in den bald zwei Jahren seiner Amtszeit getroffen hat. Nur bei der von #MeToo-Vorwürfen erschütterten Gedenkstätte für die Stasi-Opfer in Hohenschönhausen samt dem ungeliebten, zumindest umstrittenen Leiter Hubertus Knabe hat der Linke-Politiker im Verein mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters rigoros Tabula rasa gemacht.
Ansonsten aber: eine -Kosky-Light-Lösung an der Komischen Oper, wo der erfolgreiche, aber amtsmüde Intendant durch seine Stellvertreter ersetzt wird und nach 2021 weiter mit zwei Inszenierungen pro Jahr noch mindestens fünf Spielzeiten lang Chefregisseur bleibt.
Vor Daniel Barenboims Berühmtheit hat – trotz #MeToo-Vorwürfen – Lederer letztlich gekuscht und den dann fast 85-Jährigen bis 2027 verlängert. Dann hat er 35 Jahre die Staatsoper dominiert. Und auch, was die Nachfolge für den von ihm entlassenen Chris Dercon an der Volksbühne betrifft, hat der Kulturmann mit dem Autor und Regisseur René Pollesch, der schon die Castorf-Zeit prägte, keinen wirklichen Neuanfang gewagt. Aber es gibt ja noch den Tanz! Und da wird von ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 170
von Manuel Brug
Spätestens seit der Ära der Ballets russes saugt der Bühnentanz neue Einflüsse auf und revitalisiert sich dadurch selbst. Waren es erst die emotionale Tiefenbohrung des Ausdruckstanzes, dann Spielarten modernen und zeitgenössischen Tanzes, die durch -ihre größere Freiheit im Umgang mit dem Körper auch den Bühnentanz in ein erweitertes Aussagespektrum drängten, so...
Er ist 70 Jahre alt. Ein Hoffnungsträger? Er trägt jedenfalls seine Bühnenstücke in die Theater und zum Publikum hin. Wie Pakete. Die packt er aus. Dann gibt er etwas ab. Was und wie man ihm das abnimmt, ist die Frage, immer wieder. Ob man mehr als zuschaut, nämlich hinschaut. Vielleicht gar aufschaut.
Hoffnung ist ein zu kleiner oder zu einfacher Begriff für das,...
Ja, doch, man muss über sein Alter sprechen. Friedemann Vogel ist Anfang August 40 Jahre alt geworden, was man dem gut aussehenden Prinzen mit dem fluffigen blonden Haar kein bisschen ansieht und erst recht nicht auf der Bühne anmerkt. Gerade debütierte er als Kronprinz Rudolf in Kenneth MacMillans «Mayerling» in einer der kräfteraubendsten Partien des dramatischen...
