Highlights
wien_________
imagetanz
«Who cares?», fragt die neue Festival-Kuratorin am brut, Katalin Erdödi, um Künstler zu bitten, Schlupflöcher in die vorgeblichen Rundum-Sorglos-Pakete der österreichischen Sozialpolitik zu bohren. Natürlich geht es wieder um den bedingungslosen Körper beim «Grundeinkommens-tanz». Sarah Vanhee plädiert für gutartige Viren, die auch die Nanopolitics Group als taktisch-taktile Waffe bei der zwischenmenschlichen Fürsorge einsetzen will.
Maßgeschneidert soll der Tanz von Arttu Palmio sein, den Alexandra Pirici wie ein Schicksal in die Hände des Publikums legt. «Imagetanz» ist eins der raren Festivals der Performing Arts, die nebst Körperkunst solche Themen wählen, die ganz real auf den Körper einwirken.
16. bis 22. März, brut-wien.at
münchen_________
arsen – ein rokokothriller
In der Homöopathie wird Arsenicum Album gern den Überkorrekten, den peinlich Gesundheitsbewussten und Ordnungsfanatikern verschrieben. Nach dem Motto: Ein bisschen Gift hat noch keinem Superstreber geschadet. Auch dem hyperperfekten Tanz könnte die toxische Kur bekommen, die Jo Strømgren mit dem Ensemble des Gärtnerplatztheaters in Form eines Rokoko-Thrillers verabreicht. Was gut ...
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Tanz März 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 27
von
Achtzigmal schlagen vier Männer mit vier Kilo schweren Hämmern auf eine liegende Stahlplatte. Ohrenbetäubend. Das gleißende Licht der Scheinwerferreihe am Boden blendet wie Glut in Hochöfen. Es schmerzt in den Augen. Susanne Linkes legendäres Werk «Ruhr-Ort» von 1991 macht den harten Arbeitsalltag der Berg- und Stahlarbeiter körperlich ahnbar. Damals wollte die...
Dem Komponisten Erik Satie wird folgender Ausspruch zugeschrieben: «Bevor ich ein Werk schreibe, gehe ich in Gesellschaft meiner selbst ein paarmal um es herum.» Die von den Zwillingsschwestern Jessica und Megan Kennedy gegründete irische Kompanie Junk Ensemble hat sich offenbar von einer ähnlichen Maxime leiten lassen: «The Falling Song» untersucht das...
Sind Juniorkompanien tatsächlich Win-win-Veranstaltungen für alle Beteiligten? Oder nützen die immer beliebter werdenden Neugründungen doch nur dem Ballettdirektor als Schwanen-Reservoir, wenn sein Corps de ballet zu klein ist? Dem Chefchoreografen, weil er hier seine Jugendwerke recyceln kann? Oder weil er dem dringend benötigten Choreografen-Nachwuchs ein...
