handbuch für choreografen 6

teil 6: publikum / von angesicht zu angesicht / konfrontation / humor / scheitern

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Publikum


Es gibt eine Reihe von möglichen Beziehungen, die du mit deinem Publikum eingehen kannst. Darüber nachzudenken, wie du aussehen und wahrgenommen werden möchtest, kann helfen, dir darüber klarzuwerden, warum du überhaupt etwas aufführen willst. Es lohnt sich, das nicht als selbstverständlich hinzunehmen.

Seien wir doch mal ehrlich: Wenn wir vom Publikum sprechen, sprechen wir von uns selbst. Ich selbst sitze häufig im Publikum, daher muss alles, was ich über das Publikum denke oder sage, auch mich als wahrscheinlichen Kandidaten einschließen.

Mich zufrieden­zustellen, das kann schwierig sein, und ich hasse es, bevormundet zu werden.

Manchmal möchte ich von der schieren Wucht dessen, was sich vor mir abspielt, in meinen Sitz gepresst werden, den Mund offen und den Kopf frei von Gedanken. Barocke Kirchenbauten haben diesen Effekt, wie auch Stücke von Pina Bausch und alles, was mit Spreng­stoff zu tun hat.

Manchmal ziehe ich es aber auch vor, eingeladen, einbezogen und zum Nachdenken angeregt zu werden.

Die Beziehung mit dem Publikum ist keine Einbahnstraße: Ich gebe den Zuschauern Hinweise, etwa wie und wo sie Platz nehmen könnten, und sie erlauben mir im Gegenzug, mich zu ...

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Tanz April 2011
Rubrik: praxis: serie, Seite 72
von Jonathan Burrows

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