handbuch: choreografie
Man darf ja mal stutzen dürfen. Ein Handbuch zur «choreografischen Komposition»? Da werden Übungen vorgestellt, Prinzipien erläutert, die sich mit praktischen «Studien» abwechseln. Der pädagogische Eros vertieft sich etwa in «ABA-Struktur und Canon». Choreografieren ist eben nicht nur learning by doing. Nötig ist vor allem das kritische Denken gegenüber den eigenen Ideen. Was will ich wirklich sagen? Und das auch noch ohne Sprache. Choreografieren ist kein Hexenwerk. Man kann es lernen, sollte es sogar lernen wollen. Genau da setzt der freie Choreograf Konstantin Tsakalidis an.
Er schrieb einen knapp 200-seitigen Führer, den man sonst Heimwerkern angedeihen lässt. Schritt für Schritt zum Choreografen?
Wer so naiv ist, dürfte von Tsakalidis’ Handwerksbuch erst mal fast so viel haben wie diejenigen, die den Band immer dann benutzen, wenn sie in ihren choreografischen Visionen stecken bleiben. Das Buch, das nicht in Tanztechniken denkt, sondern in den Rudimenten kompositorischer Praxis, baut schlicht eine Brücke zwischen dem eigenen Wollen und dem eigenen Scheitern. Es wird wertvoll für Praktiker, die frustriert von der Probebühne heimkehren – hier werden sie geerdet. Unsinnig ist es ...
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Tanz Januar 2011
Rubrik: medien, Seite 54
von Arnd Wesemann
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