Foto: Sidarth Sarcar
Hamburg: Mandeep Raikhy «Queen-size»
Zwei Männer auf einem Bett, auf allen vier Seiten vom Publikum umringt. Die beiden kuscheln, halten Händchen, immer wieder unterbrechen auch aggressive Beckenstöße ihre Zärtlichkeiten. Sie starren einander an, wild, blicken dann ebenso wild ins Publikum. Und genau das macht die ohnehin schon intime Situation noch verstörender für die Betrachter: Beim Zusehen vom Objekt der eigenen voyeuristischen Begierde ertappt zu werden, lässt Schauende und Angeschaute zu Komplizen werden.
Den Blick umzukehren – mit diesem Kunstgriff macht der Choreograf Mandeep Raikhy das Publikum seines Stücks «Queen-size» zu Mitwirkenden.
Der Stücktitel spielt auf das Format des Bettes an, hier eines traditionellen indischen Sitz- und Liegemöbels namens Charpai, dessen Holzrahmen mit Seilen oder Stoffgurten bespannt ist. Charpais begegnet man häufig in gemeinschaftlich genutzten Räumen, in Innenhöfen oder auch auf Dorfplätzen. So verwundert es nicht, dass auch Mandeep Raikhys Charpai gewissermaßen zur Bühne wird, auf der Gespräche stattfinden, die Politisches ebenso wie Performatives umspannen. Und die um Gesetze und Vorbehalte kreisen, mit denen das Thema «Homosexualität» in Indien noch immer konfrontiert ...
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Tanz Oktober 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
von Ranjana Dave
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