Hallo, Publikum!
Es macht nur noch bedingt Sinn, von Zeiten zu schwärmen, in denen es den Künsten besser ging – als der Bürger noch den Willen besaß, sich im aristokratischen Nachglanz des Balletts zu baden. Und den Tanz tatsächlich als sinnliches Bildungsgut zu begreifen. Doch die Mär von der Ökonomie ist längst überall eingezogen: Kultur wird nach Angebot und Nachfrage bewertet. Wir lesen Sätze wie: «Wo das Angebot tendenziell größer ist als die Nachfrage, müssten die Preise niedriger sein, als sie es tatsächlich sind.
» Der Bürger ist Ökonom und das, was er am besten kann – rechnen –, muss folglich zum Willen führen, die Nachfrage zu steigern.
Statt sich weiter von oben herab immer mehr Schließungen gefallen zu lassen, legitimieren sich Festivals, Ballettkompanien, längst auch freie Gruppen, über einen möglichst niedrigen Zuschuss pro verkaufte Eintrittskarte. Eine schwarze Null und mehr gelingt nur Großveranstaltern. Das Mobilisieren von Zuschauermassen ist in der Kultur allein gültig. Das Argument «Kunst» stößt auf zunehmend taubere Ohren, weil gerade mit Kunst immer neue Ausstellungsrekorde gebrochen werden. Also: wo steckt das Tanzpublikum?
7,22 Millionen Deutsche, fand Dirk Podbielski in ...
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Rückgang der Besucherzahlen, Konkurrenz und knapper werdende Finanzen zwingen auch Ballettkompanien, sich mit dem Thema «Marketing» zu befassen. Was in amerikanischen Theatern seit je gang und gäbe ist, stößt in Europa noch immer auf Misstrauen: Gelten in der Kultur nicht andere Werte als die ökonomischen? Führt Marktorientierung nicht zum Abbau künstlerischer...
Ja, das balletttheater München gibt’s noch. Was nicht heißt, dass alles eitel Sonnenschein wäre. Die Finanzknappheit bringt Kämpfe mit sich – um Tänzerstellen, um die Zahl von Produktionen und Aufführungen. Der Engländer Taylor wundert sich da ein wenig über die Schwerfälligkeit deutscher Spartenhäuser. Aber noch ist ihm nicht der Finanzminister in Gestalt der...
Choreographer Nanine Linning is known for her often strong compositions and striking lighting designs. Alongside her work with the Scapino Ballet Rotterdam she continues to produce choreographies with her own foundation, Pipsters, for smaller theatres, including 2003‘s performance “Karpp?“ for dancers Iris Reyes and Mirjam ter Linden. This powerful but delicate...
