Gudrun Lange: «Die schnittige Menge»

düsseldorf

Tanz - Logo

Fernseher, Sofa, Sessel, Tisch: Das sind die Fixpunkte im Wohnzimmerkosmos. Um sie kreist das Leben der deutschen Musterfamilie aus Vater, Mutter, Kind. Es sei ein reales «deutsches Durchschnittswohnzimmer» mit typischer Mobiliaranordnung auf der Durchschnittsfläche von sechs mal vier Metern. So hat es die Werbeagentur Jung von Matt ermittelt.

Dieses Modell – platziert auf vier rollenden Podien – und die Umfrageergebnisse einer Ikea-Studie über die Aktivitäten in der guten Stube nimmt Gudrun ­Lange als «gültige» Prämissen für ihre «Schnittige Menge» auf Kampnagel in Hamburg, um die erhobenen Fakten und damit die Königsdisziplin der Statistik so humorvoll wie ziemlich redundant und zahm ad absurdum zu führen. 
 

Sie beginnt quasi bei null. Die ­Musterfamilie richtet sich auf den Podien nach Plan mit selbst montiertem Tisch und Serienmöbeln ein. «Momentan ist richtig, momentan ist gut», grunzt behaglich dazu Herbert Grönemeyer aus den Boxen. Drei Bilder von entspannendem Musikhören im Lehnstuhl: «Papa» Jo Kappl lässt locker die Hände im Takt mittanzen, «Sohn» Markus Pendzialek memoriert fingerschnippend einen Text. «Mama» Gudrun Lange dreht die Regler auf, um die Regeln «weiblicher ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2010
Rubrik: kalender, Seite 34
von Klaus Witzeling

Vergriffen
Weitere Beiträge
dramaten

Wer am Theater erfolgreich sein will, ahnt: Jede Auszeit kann ein Abschied von der Professionalität sein. Darum rief der Regisseur Volker Metzler 2008 in Dresden das Künstlerkollektiv Dramaten ins Leben, aus dem eine zertifizierte Weiterbildungseinrichtung von Künstlern für Künstler hervorging.
 

Die Atmosphäre: täglich geliebte Quälerei durch Pädagogen und Trainer,...

wie frei ist der tanz?

Jean-Christophe Maillot, hier in Monaco bedient sich der Grimaldi-Staat des 100. Jubiläums der Ballets Russes, um sich als Nation darzustellen. Sie aber haben, mal ehrlich, ein Programm erstellt, in dem Sie sich Stück für Stück offenbar von der Tradition befreien wollen.

Ich habe meine Arbeit für das Jubiläum der Ballets Russes über die ganze Saison konzipiert....

intimität

Das Theater hat den Tanz gezwungen, Theater zu sein. Keine wirklichen Gefühle dürfen gezeigt werden, jede Bewegung ist berechnet, aus der Rhetorik der Schauspieler wurde eine Dramaturgie der Schritte. Damit entfernte sich der Tanz von jenen Gefühlen, die er in jedem Tanzenden selbst auslöst: eine Lockerung der Seele durch die Freiheit der Glieder. Vielleicht ist...