Gregor Seyffert geht
Gregor Seyffert macht großes Erlebnistheater. Fünf Jahre Dessau, 90 Prozent Auslastung, 100.000 Besucher bei «Der kleine Prinz» nach Saint-Exupéry, «Tango Palast» mit Musik von Kurt Weill und «Marquis de Sade» im Kraftwerk Vockerode, der im Juli noch mal Jedermanns Sadomasochismus begutachtet, bevor Seyffert die Stadt verlässt. Verabschiedet hat er sich mit Jules Vernes «In 80 Tagen um die Welt» und irrem Effet.
Inmitten letzter Dekorationsteile süffelt sich der Intendant über die Theaterpleite hinweg; der Pianist hämmert unverdrossen frohe Liedchen; Rettung bringt Produzent Winkelstein, der das Haus als Filmatelier mietet. An die 70 Akteure kommandiert er nun in grotesker Stummfilmmanier. Graustichige, textunterblendete Filmszenen zeigen die «Reise», auf die sich Phileas Fogg und, Paraderolle für Erzkomödiant Seyffert, Diener Passepartout begeben, die im Verdacht stehen, einen pyrotechnisch effektvollen Bankraub verübt zu haben. Das glaubt man dem opulenten Spektakel. In der Pause hebt sich vorm Theater sogar ein gewaltiger Ballon in die Luft! (mitfahren darf, wer extra bucht). Per Video segeln die Protagonisten nach USA. Den Western Union Express, bühnenbildnerisches ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
So heißt der neue Ballettabend von Kevin O’Day am Nationaltheater Mannheim. Offensichtlich eine Liebeserklärung. Der Titel liest sich wie «many», ist auch eine Abkürzung für Mannheim/New York. Was für Verbindungen will Kevin O’Day ziehen von Mannheim, der sogenannten Quadratestadt, die ihn in den letzten sieben Jahren prägte, zu New York, wo die Musik entstand?...
Es ist die exakt achte Ballettversion von Léo Delibes’ «Coppélia» am Bolshoi seit 1882, als das französische Ballett in der Inszenierung von Joseph Hansen zum ersten Mal nach Moskau kam. E.T.A. Hoffmanns Mädchen mit den Glasaugen wurde seitdem von Alexander Gorsky gepflegt und nun über Bord geworfen zugunsten einer Neuinszenierung des Petersburger Choreografen...
Soft Cut
Sabine Glenz’ Bewegungen sind klar, minimalistisch und genau auf den ersten Blick. Von schlichten Schauwerten lässt sich die Münchner Choreografin und Tänzerin nie verführen. Beobachtet man die spannungsvoll verfremdeten Alltagsges-ten mit ihren scheinbar flüchtigen Abweichungen länger, scheint der Tanz – scheinen die Körper in der Tat den Aggregatzustand...
