goldenes schnittchen

Marie Chouinard kommt mit ihrem neuen Stück «Le nombre d'or (LIVE)» nach Europa

Tanz - Logo

Eine Masse, umgeben von einer glänzenden Hülle, in goldenes Licht getaucht. Mit diesem Bild setzt Marie Chouinards neues Stück «Le nombre d’or (LIVE)» ein. Die Masse beginnt sich zu bewegen; aus einem Knäuel werden zwei Personen, die sich wie Katzen räkeln, sich langsam voneinander lösen. Ganz allmählich kriechen die beiden unter der Hülle hervor, sie strecken sich, schwanken. Halbmasken und Blondhaar-Perücken verfremden die Erscheinung. Das erinnert in seiner meditativen Versenkung an Butoh:  ein faszinierendes Bild, doch der Versuch zu dechiffrieren führt nicht weiter.



Marie Chouinard ist eine Meisterin im Verrätseln. Jedes ihrer Stücke kreiert einen eigenen Kosmos – sowohl was die Bewegungssprache als auch was die Gestaltung des Bühnenraums angeht –, und dieser Kosmos ist stets einer speziellen Logik unterworfen. Auf den ersten Blick erschließt sie sich nicht. Das Gesamtkunstwerk aus Bewegungen, Bühnenbild, Kos-tümen, Licht ist voller Anspielungen, Verweise auf Tanzgeschichte und zeitgenössische Kunst, stets sehr artifiziell.

Mit «Le nombre d’or (LIVE)», das im März in Vancouver uraufgeführt wurde und beim siebten Tanzfestival der Biennale von Venedig die dritte und vierte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August 2010
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Klaus Kieser

Vergriffen
Weitere Beiträge
worüber niemand spricht

Ein Tabu ist etwas, über das allgemeines Stillschweigen bewahrt wird. Aber nicht, weil es zum betreffenden Thema nichts zu sagen gäbe – im Gegenteil: All die im Kollektivbewusstsein angesammelten Klischeevorstellungen und Vorurteile machen aus der Thematisierung eines Tabus sehr schnell eine Angelegenheit, die je nach Standpunkt und Geschmack als willkommene...

tanzpreis: Jessica Iwanson

Mit 25 Jahren kam Jessica Iwanson, die damals schon in der Welt herumgekommen war, nach München, mietete den großen Circus Krone für eine ausverkaufte Vorstellung – und blieb. Knapp vierzig Jahre, unzählige Aufführungen und Schülergenerationen später, würdigte die Landeshauptstadt München ihr «Tanzschaffen» mit dem städtischen Tanzpreis. Das Preisgeld von 10.000...

vanessa van durme

Ein Exsportler wird derzeit durch die Talk­shows gereicht. Balian Buschbaum heißt der Mann, ein drahtiger Kerl mit Bürstenhaarschnitt, der das Publikum zu Lachsalven hinreißt. Offenherzig berichtet Buschbaum, wie es sich anfühlt, ein Mann zu sein, ja, wie er überhaupt dieses rettende Ufer erreicht hat und seitdem seine Virilität genießen kann: «Es gibt eine kleine...