Gilles Jobin
Der Westschweizer hat ein Computerprogramm namens «Text to Speech» gefunden, das ihm erlaubt, Texte einzuspeichern, die dann in beliebiger Sprache und Stimmlage aus den Boxen schallen. er packt ein Thema dazu, das jedem Staatsbürger der Welt vertraut ist: Religionskrieg und Terrorismus. Neu ist auch der Gag nicht: Stellt euch vor, Krieg fände bei euch statt, in der Schweiz! Aus Bagdad wird Bern. Die Besatzer Helvetiens sind Amerikaner. Die Alpen respektieren immer noch nicht die Menschenrechte. Protestanten proben den Aufstand. Dazu läuten Kuhglocken.
Sechs Interpreten sitzen anfangs an ihren Computern. Wir spüren eine Spannung. Die Verkabelten auf der Bühne sind Redakteure, die unsere Weltwahrnehmung bestimmen. Ihre schamanische Macht spiegelt sich in schwerelosen Bewegungen. Sung-Im Kweon steckt sich Pfeile wie St. Sebastian durch die Unterwäsche bis Schmerz, Animalität und göttliches Mysterium sie durchdringen. Ein Leidensgenosse übt sich im Engtanz mit einer Lautsprecherbox.
Lange Bänder durchspannen die Bühne: ein Spinnennetz, ein Käfig ohne Mauern, die innere Gefangenschaft zwingt den Körper zu Boden. Ein Medizinmann befreit das halbgöttliche Medium von seinen Pfeilen. ...
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Georg Büchners Drama als Ballett. Das geht. Das geht sogar gut. Bei Christian Spuck, zu Gast am Essener aalto ballett theater
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