Getanzte Weltverbesserung
Gob Squad sind unsterblich. Zum Festival Impulse in Köln, danach zum Festival SpielArt in München treiben sie ihr Unwesen mit ihrem radikalen Humor, den alle lieben, die sich ein entspanntes Verhältnis zur Bühne wünschen. In Köln retten sie mal wieder die Welt. In «Saving the World» fragen Gob Squad Passanten nach ihren Rettungsrezepten, die live in den Kölnischen Kunstverein übertragen werden, wo das Publikum entspanntes Gelächter anstimmt.
Tanz? Wo Martin Clausen in der Nähe ist, riecht es nach Körperwitz, der den alten Kämpen Johanna Freiberg, Sean Partten, Berit Stumpf u. a.
in nichts nachsteht – auch nicht in München, wo sie Andy Warhols Film «Kitchen» von 1965 nachspielen, als alles begann: Feminismus, Schwulenbewegung, Rock ’n’ Roll, Sex. Gob Squads Live-Remake des Films ist nicht so einfach: öffentlich zu schlafen – was ohne Drogen nicht so einfach ist –, das neue Kultgetränk «Taffee» zu kreieren und Tanzexzesse zu rekonstruieren.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Emanuel Gat erzählt davon, dass ihm bei seinem Stück «Hark!», das er im Frühjahr für das Pariser Opernballett kreiert hat, Laurent Hilaire assistierte: «Der hat bei der Uraufführung von Bill Forsythes ‹In the Middle, Somewhat Elevated› getanzt.» Es schwingt Ehrfurcht in seiner Stimme mit, wenn er das sagt. Sein Erfolg bei den Parisern muss in der Ballettwelt als...
Am schönsten sind sie, wenn sie fliegen. Wenn Vania Rovisco wie bei einem großen Lenkdrachen an Seilen zieht, die zu Yui Kawaguchi hoch oben unter dem Bühnenhimmel führen und die zierliche Japanerin zwischen weit ausgespannten Flügeln aus Fallschirmseide lächelnd durch die Luft schwimmt, ist das ein unbelasteter Moment von Freiheitsversprechen. Wenn später...
Der Mann ist ein Mangelwesen. Ihm fehlt ein Ärmchen an einem Chromosom. Dabei fühlt sich das «doppelte Felixchen» auf der Bühne der Kölner Choreografin Silke Z. gar nicht schlecht. «Felix trifft Felix» dort, um über die eigene Männlichkeit zu grübeln. Das heißt: Der Tänzer Felix Marchand aus Berlin tanzt mit dem Schauspieler Felix C. Voigt aus Dresden, um blödelnd...
