geschichte: apollo’s angels
Kaum ein Ballettbuch wird im angloamerikanischen Sprachraum so diskutiert wie Jennifer Homans’ «Apollo’s Angels». Was von der ehemaligen Tänzerin und Kritikerin des «New Republic» natürlich beabsichtigt war – und sogleich ihrer provokanten, nach reichlich 500 überlegen recherchierten und formulierten Seiten als Knaller gebotenen Schlussthese widerspricht: «Ballet is dead.» Ballett als ephemerste, weil am ehesten mit einer längst nicht mehr existierenden Hofkunst verknüpfte Kunst, ist oftmals gestorben und wiedergeboren worden, das erzählt Homans.
Das ist der brillante Teil ihres Buchs. Ihre Tanztour d’horizon von den gern grotesken Tanzeinlagen im Renaissance-Italien über das Erblühen durch Absonderung am französischen Hof Ludwigs XIV. bis zu den Ballets Russes als Initialzündung für den Tanz im 20. Jahrhundert verbindet in einprägsamen Kapiteln Kunst und Gesellschaft. Ihr Interesse gilt den Personen, die Tanzgeschichte geschrieben haben und die das Ballett zu einer relevanten, auch politisch ernst genommenen Kunst gemacht haben.
So unterhaltsam wie lehrreich sind ihre Ausführungen über den Männertanz des Barock, über den Kampf gegen die Anatomie, über die Französische ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: medien, Seite 61
von Manuel Brug
...auf der Bühne ist immer ein bisschen kleiner als in Wirklichkeit. Menschen dagegen bleiben auf dem Theater stets von gleicher Größe. Weil Alice im Wunderland schrumpfte, aus einem Fläschchen trank und daraufhin so schrecklich wuchs, dass sie zu groß für so ein Haus wurde, greift jedes Theater zum gleichen Trick: Es macht das Haus ein wenig kleiner, damit Alice...
Aus Anlass des allerletzten Gastspiels von «Nearly 902» der Merce Cunningham Dance Company bei den Wiesbadener Maifestspielen im Staatstheater zeigt das Museum Wiesbaden eine Auswahl von 32 Zeichnungen des 2009 verstorbenen Künstlers. Cunningham war eng befreundet mit Jasper Johns und Robert Rauschenberg, der mehrfach die Bühnenbilder entwarf. Auch Cunningham...
Das ist nun bestes Tänzerfutter! Die Produktion, die Alexei Ratmansky letztes Jahr fürs Niederländische Nationalballett erstellt hat, gibt einer klassischen Kompanie alles, um zu brillieren: klare Kombinationen, effektvolle Variationen, zügige Dramaturgie. Das Ganze ist in einem heiteren Spanien angesiedelt dank Jérôme Kaplans luftiger, farbenfroher Ausstattung....
