gent: Meg Stuart: «Sketches/Notebook»
Nicht viele könnten es sich leisten, Notizbücher aufzublättern und aus szenischen Skizzen einen ganzen Abend zur besten Sendezeit zu machen. Meg Stuart kann es. Auch wenn sie Arm in Arm mit einer Kollegin eine schiefe Ebene herunterrutscht, bringt das ästhetischen Mehrwert. Die beiden strahlen sich an, übermütig, noch einmal rutschen, dann sind sie wieder weg, andere kommen und juckeln hinunter, eine bleibt einfach oben sitzen. Auf verschiedenen Ebenen tut sich was, raschelt was, ruckelt was unter einem Flokati; einer dreht sich mit seinem Poncho.
Immer wieder rennt ein Performer quer über die Bühne.
Auf diesem Spielplatz geht schon die Post ab, während das Publikum noch seine Plätze in der Spielhalle der Münchner Kammerspiele sucht, die um mehrere schiefen Ebenen und die zentrale Spielfläche in der Mitte verteilt sind. Wer schon sitzt, darf das Fell streicheln. Mit einer Hebebühne wird noch eine Discokugel aufgehängt. Aufschäumende Filmmusik im Loop und Trommelwirbel.
Der hohe Energielevel hält sich. Das flirrt und sirrt, schwappt von einer Ecke in die andere, trifft sich hier und dort zu Mikroaktionen, um dann in Paaren die Arme voreinander auf- und abzuschwingen. Hier sind ...
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Tanz Juni 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Katja Schneider
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