freiheit
Zahlreiche, meist sehr freundliche Nachrufe sind zum Jahreswechsel auf den «Tanzplan Deutschland» erschienen. Bei vielen lösen sie ein gewisses Bedauern aus: «O Gott, wo geht er denn nun hin, der zeitgenössische Tanz?» Gegenstimmen gibt es auch. Sie freuen sich, jetzt sei es mal gut mit einem Tanzprogramm, bei dem sich komplizierte Bürokratien kommunaler und staatlicher Fiskalverteiler zusammensetzen müssen, nur um Künstlern überhaupt die Freiheit zur Kunst schenken zu können. Ist Freiheit so kompliziert? Tja, es scheint so.
Manchmal hat man aber auch Glück.
Dann trifft man auf eine wirklich andere Meinung. Sie geht so: Jede Politik neige dazu, immer nur diejenige Kunst zu tolerieren, die ihren eigenen Interessen diene. Diese Ansicht vertritt die Choreografin Amy Rahman aus Bangladesch.
Das mag weit weg sein, auch wenn Bangladesch, eine Abspaltung von Indien, die Bengalen derart in Ost und West teilt wie einst die Deutschen. In diesem Land setzt man wie die meisten Nationen auf identitätsstiftende Kunst, die man wie überall «Klassik» nennt. Hier wie da steckt(e) das nation building hinter den ursprünglichen Absichten der Kulturförderung, um wahlweise Identität zu behaupten und zu ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: praxis, Seite 64
von Arnd Wesemann
Die Kinder und Jugendlichen nehmen spontan die Herausforderung an. Sie steigen buchstäblich in den Ring, um sich an William Forsythes «The Fact of Matter» auszuprobieren. Die Installation, etwa 3,5 mal 10 Meter Fläche umfassend, besteht aus zahlreichen Gymnastikringen, die an Bändern befestigt sind und in unterschiedlichem Abstand vom Boden hängen. An den...
Das Theater der Klänge macht seinem Namen wieder alle Ehre, nachdem zwei kleinere auf Schauspiel und Text fokussierte Produktionen etwas bieder daherkamen. Das Düsseldorfer Ensemble, das sich 1987 gründete aus Musikern, Tänzern, Schauspielern und sich oft auch auf die Bauhaus-Bühnenkunst bezog, entwickelte 2005 die «HOEReografien». Sie bieten ein Szenario, das Tanz...
Es gibt kein Theater, keine Performance, keine Tanzvorstellung ohne Zuschauer. Trotzdem ist dem Theater der Zuschauer als bloßer Zuschauer nie genug. Er soll mehr sein, soll ein Verstehender, ein Mitspieler, ein Kollaborateur werden. Jacques Rancière – französischer Philosoph der Ästhetik und Politik – beschäftigt sich in seinem Werk «Der emanzipierte Zuschauer»...
