Freies Afrika

Tanz - Logo

Germaine Acogny, die Grande Dame des afrikanischen Tanzes, betreibt eine Schule mit Bungalows und Sandtheater im märchenhaft schönen Toubab Dialaw bei Dakar in Senegal. Durch die fehlende Rückwand in der Bühne ihres Tänzerdorfs sieht man kilometerweit in die Savanne und über den Atlantischen Ozean. Hier studieren Studenten aus ganz Afrika. Nur aus bürgerkriegserschütterten Ländern und Diktaturen wie Sudan, Togo, Zimbabwe oder Somalia fehlen sie. Wo keine Freiheit ist, wie sie etwa in Angola gerade zaghaft wieder aufkeimt, fehlt auch der Tanz.

In Afrika steht der Tanz für eine Übereinstimmung der Gesellschaft mit sich selbst und ist damit ein sicherer Indikator, dass es den Menschen gut geht.
«Tanz», sagt Germaine Acogny, «ist die genuine Kunst Afrikas.» Wo sie stirbt, stirbt die Kultur.
Wo Tanz unterdrückt wird, ist was faul im Staat. Die ständig zunehmende Zahl von Tanzfestivals ist mithin nichts anderes als eine politische Demonstration für die körperliche Freiheit.
Afrikanischer Tanz am Mittelmeergürtel von Marokko bis Ägypten ist allerdings ein anderer als südlich der Sahara, die seit je eine natürliche Grenze zwischen den zwei afrikanischen Kulturen bildet. Die Konflikte des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2005
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tino Sehgal

Als im Herbst vergangenen Jahres der Kurator des deutschen Biennale-Pavillons in Venedig neben dem Maler und Bildhauer Thomas Scheibitz als zweiten Künstler Tino Sehgal nannte, da schauten Kenner der Tanzszene doch recht verwundert. War das nicht jener junge Choreograf, der zwei Jahre zuvor mit seinem Stück «Das 20. Jh.» aufgetreten war und splitternackt klassische...

Gerald Humel gestorben

Seine erste Liebe gehörte dem Tanz, und «Erste Liebe» hieß nach Tschechow ein Ballett in einem Akt, das Gerald Humel 1965 komponierte. «Schon als Junge», gesteht der «Dramatiker des Klangs» auf seiner Website, «hat mich das Ballett fasziniert» und nennt als Grund, dass seiner Meinung nach die «wichtigste Musik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ......

La Divine: Marcia Haydée

Von Göttlichkeit nicht die Spur, auch wenn Maurice Béjart für Marcia Haydée einst ein Greta-Garbo-Ballett namens «Divine» geschaffen hat. «Ich bin ein ganz normaler Mensch, keine Ikone», sagt die ehemalige Ballerina und Direktorin des Stuttgarter Balletts am Ende eines ausholenden, gleichwohl einfühlsamen Gesprächs. «Und das will ich auch weiterhin bleiben.» Kein...