Freie Szene Berlin
Das Berliner Kunstvolk kann kämpfen. Es weiß, wie man sich positioniert, zu den Waffen greift und wie es den Hintern bewegen muss, um Erfolg zu haben. In Berlin gibt es eine Koalition der freien Szene. Wo andere Städte oft noch im Quark stecken, um der freien Szene überhaupt ein Gesicht zu geben (von Stuttgart und Dresden einmal abgesehen), ist in Berlin etwa der Verein «Zeitgenössischer Tanz Berlin» seit 2012 Schulter an Schulter unterwegs mit anderen Theaterschaffenden, Bildenden Künstlern, Literaten und Musikern. Weil es um Millionen geht.
Die Stadt erfand die City Tax und schuf damit einen Riesentopf aus der Hotelbetten-Steuer. Gemeinsam haben die Künstler nun zumindest eine Teilsumme erobert. Erstmals sollen stattliche 2,9 Mio. Euro dafür sorgen, dass in Berlin 28 mehrjährig finanzierte Projekte entstehen können, um spartenübergreifend neue Festivals, Programme, Koproduktionen oder Kooperationen zu entwickeln.
Nach dem Sieg ist vor dem Sieg. Aus den Koalitionären werden sofort Konkurrenten, sobald es darum geht, Förderanträge an die Schatzhüter zu stellen. Auf die Koalitions-Initiative des Tanzveranstalters Christophe Knoch – «Die freien Kunstschaffenden werden eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2017
Rubrik: Serie: Freie Szene, Seite 62
von Arnd Wesemann
Die erste Projektion: Fenster blicken auf das weite Meer. Drei Personen kehren dem Publikum den Rücken zu, dann dreht sich eine, schließlich eine zweite um. Die Dritte wird im gerahmten Erinnerungsbild zurückgelassen. Dieses Gefühl des Verlusts und einer starken emotionalen Bindung grundiert die Choreografie «Silent Screen» (2005), die Sol León und Paul Lightfoot...
Man sieht es und staunt nicht. Die Bühne ist leer. Viel Weiß um Nichts: jede Menge Platz zum Tanzen. Links und rechts hängende Begrenzungen aus Plexiglas. Das sichert Transparenz, einen Hauch Eleganz strahlt es auch aus. Aus dem Schnürboden fallen Lamellen, selbstredend persilfarben. Die Welt so rein. Das Pure der Subjekte (Objekte der Begierde?) scheint gesichert....
Ausstellung
Depot Erbe
Wer bestimmt, was bleibt? Welche Choreografien werden in die Zukunft
weitergereicht, welche nicht? Wer sortiert, was künftig zu sehen sein wird und was nicht? Was leicht ersetzbar wäre, kann auf jeden Fall schon mal weg. Oder nicht? Auf dem Bühnenboden zur Choreografie «9000 Steps» von Joanne Leighton (Foto) wurden 2016 zwei Tonnen Salz...
