frau, körper, stuhl
Ein Kreis wird gezogen, weiße Kreide auf schwarzem Tanzteppichgrund. Stühle werden arrangiert. «Stand der nicht hier, gehört der nicht dorthin?» Geschäftiges Stimmengewirr auf Flämisch, Französisch, Englisch. Schließlich geben die aufgeklebten Zettel auf der Rückseite der Lehne Auskunft über die jeweils richtige Position des Möbelstücks. Wiederholtes Glattstreifen des Kleids, das zwei der fünf Tänzerinnen lässig über Leggings und unterm T-Shirt tragen. Probenkleider, die im Schnitt den späteren Bühnenkostümen gleichen, zur Gewöhnung an die beengte Beinfreiheit.
Aufgereiht warten die hochhackigen Pumps auf ihren Einsatz. Sobald sich die Tänzerinnen, jede am Boden sitzend neben ihrem Stuhl, zurechtgeruckelt haben, kann die Probe in den Brüsseler Rosas-Studios beginnen. Ruhe kehrt ein. Den Anwesenden den Rücken zugewandt, den Kopf gesenkt, die Arme hängend, verkörpert die Anfangsposition die Grundstimmung der Choreografie «Elena’s Aria». Nur wenige kennen das Stück aus Anne Teresa De Keersmaekers Frühwerk, das, uraufgeführt im Oktober 1984 in Brüssel, gut drei Jahre später aus dem Repertoire wieder verschwunden war. Selbst im eigenen Haus hat es kaum einer der heutigen Mitarbeiter ...
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Tanz April 2011
Rubrik: traditionen, Seite 54
von Irmela Kästner
...kommt gern hierher. Regelmäßig studieren deutsche Kompanien Stücke von ihm ein; für das Stuttgarter Ballett und das Staatsballett Berlin kreierte er in den vergangenen Jahren populäre Abendfüller. Immer wieder wird der Italiener eingeladen, mit seinem Ensemble Aterballetto Uraufführungen in Deutschland zu präsentieren. 2009 geschah dies in Wolfsburg mit «Come...
...hat 1976 in Hamburg eine mehr als ungewöhnliche Adaption von «Schwanensee» herausgebracht. «Illusionen – wie Schwanensee» fußt auf der Spekulation, Vorbild für die männliche Hauptrolle in «Schwanensee», Prinz Siegfried, sei König Ludwig II. von Bayern gewesen. Entsprechend verzahnte Neumeier die Biografie des «Märchenkönigs» mit der «Schwanensee»-Geschichte....
Die Audition als Workshop, als ein gemeinsames Erlebnis, bei dem man nicht leidet, sondern lernt, bei dem man nicht kämpft, sondern kommuniziert? In Monaco wollte es Ballettdirektor Jean-Christophe Maillot zumindest mal versuchen. Und weil das Ergebnis gut gefiel, soll nun der Beginn jedes Tanzjahrs am Grimaldi-Felsen der Jugend gewidmet sein. Das Herzstück: ein...
