frankfurt: jo fabian «pi morphosen»
18 Kerzenlampen hängen an 18 Bambusstangen. Eine brennende Giraffe wird an die Rückwand projiziert. 18 Tänzerinnen tanzen auf Sandboden zu Steve Reichs «Music for 18 Musicians». 18 mal 18 mal 18: Es regiert die Mathematik. Zwar keine Zahl Pi weit und breit. Trotzdem: Das Stück vergeht einfach schneller, vielleicht, weil weniger passiert. Die Uhr oben rechts zeigt die Zeit verlangsamt aufs Arbeitsmaß des Berliner Choreografenkünstlers Jo Fabian. Es entsteht eine Art Zwischenzeit, in die der Zuschauer fällt und auf die Schritte starrt.
Immer dieselben, immer einfach, immer konsequent, nach kurzer Weile: berieselnd.
Die zu Beginn verschleierten und auf hölzerne High Heels gestellten Tänzerinnen lassen die hängenden Bambusstangen schwingen, zählen «9, 1, 2, 3, 8», bis am Ende die Zahl 2456280 aufscheint, der letzte Tag der Welt im Kalender der Maya. Da geht die Welt unter. In Trance. Uraufgeführt im neuen Berliner Probenzentrum Eden*****, versinkt hier der Blick in die Schönheit der 18 Frauen, die Fabian nicht in, sondern vor den sternenbedeckten Himmel hebt. Ihre Hände tanzen exotisch schöne Blüten, sie vollführen mit den Armen kletternde Ranken, stampfen mit den Beinen starke ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: kalender, Seite 32
von Arnd Wesemann
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