fleisch gottes
Christoph Schlingensief filmte in seinem letzten Blog einen nackten Krebs-Bestrahlungsraum und schnaufte ins Mikrofon, es handle sich um das Innere der Kaaba. So sehe die Zukunft der Weltreligionen aus. Alle hätten sich verzogen, und demnächst werde im Vatikan aufgeräumt. Glaubte er.
Die Sehnsucht, in einer höheren religiösen Ordnung aufzugehen und alles, was einen täglich umgibt und belastet, zu transzendieren, wird auch bei denen, die dem Tod nicht ins Auge sehen, längst immer größer. Der Anschluss an eine Religion geschieht nicht mehr schamhaft.
Sie wird immer öffentlicher herausposaunt. Das Projekt «Moderne» – die Verwirklichung jedes Einzelnen aus sich selbst heraus – wird dafür heruntergefahren zugunsten einer Formierung in der Gruppe. Es herrscht Ungenügen an den Sinngebungssystemen der bürgerlichen Gesellschaft. Selbstverwirklichung scheint nicht mehr genug. Der Einzelne möchte sich in seinem Schicksal gleich mit der ganzen Universalität verbunden wissen. Oder auch nur sentimental, klein und regressiv sein dürfen, um Trost zu finden. Im Gottesdienst etwa. Hier verwandle ich mich, ähnlich, wie ich mich auf einer Bühne verwandle. Ich lasse meinen Körper, meinen Beruf, meine ...
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erhält im November den mit 5000 Euro dotierten «Bayerischen Kunstförderpreis», der an Künstler in Bayern unter 40 Jahren vergeben wird. Der spanische Tänzer ist seit 2008 Mitglied im Ballett des Staatstheaters Nürnberg unter Goyo Montero und tanzt dort wichtige Rollen.
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