flashmobbing

Die Sehnsucht nach der Solidarität.

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Ausnahmsweise darf der Besucher die Leipziger Red-Bull-Arena über den Haupteingang betreten, durch den sonst nur die beflügelten ­Glücksritter vom Rasenballsport e.  V. und ihre viertklassigen Gegner stapfen. Der Gang durch die Katakomben ist ein Gang durch die Zeit. Man passiert die Schichten vom Adolf-Hitler-Feld über das «Stadion der Hundert­tausend» bis zur dies alles adoptierenden Red-Bull-Arena: ein Raum für Massen und Kurzzeit-Kollektive, ob sie nun der Fußball eint oder eine Choreografie. In der kleinen Vorhalle zum Stadion tanzt ein ­Schwarm barfüßiger Menschen.

Von vorn hört man eine Stimme: «1, 2, 3, links, dann vor, zurück und diagonal!» Sie gehört der Choreografin Heike Hennig, die hier mit den Teilnehmern von «Turn!» eine Massenchoreografie probt. Nur 170  sind gekommen, seine Wirkung verfehlt es trotzdem nicht. Zwischen den inszenierten Szenen bricht sich das ­subversive Element Bahn. Nach dem Prinzip von «Instant Composition» sind die Teilnehmer die Choreografen ihrer selbst. Spontane Bewegungs­sequenzen werden weitergegeben und variiert, bis alle angesteckt ­sind. Hemmungen fallen, Individuen entstehen und vergehen, Gemeinschaften bilden und zerstreuen sich wieder, ...

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Tanz August/September 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Sebastian Göschel

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