feuer bewahren
Großaufnahme: Zwei stramme Männerwaden in einer nebelverhangenen Berglandschaft. Dazu der Sound: ein starkes, gleichmäßiges Schnaufen. Stapft hier ein Riese durch sein Fantasy-Reich? So poetisch-schrullig beginnt «Feuer bewahren – nicht Asche anbeten», Annette von Wangenheims Biopic über Martin Schläpfer, den derzeitigen Topstar unter Deutschlands Ballettchoreografen.
Der Künstler kraxelt in unwegsame Höhen. Der Künstler strengt sich mächtig an.
Und: Der Künstler bewegt sich nicht in seinem abgehobenen Kunstkosmos, sondern durch die schön-schroffe Natur der Schweizer Berge, wo er auf rund 1000 Metern Höhe eine Steinhütte hat. Sein einsames Refugium, Rückzugsort von der Kollektivkunst Tanz. Manchmal treffe er auf seiner Alm eine Woche lang keinen Menschen, sagt Schläpfer, der in Off-Kommentaren ausführlich Einblick in sein Denken und Fühlen gibt – ballett-philosophische Tiefenbohrungen. Ganz monogam kreist alles um ihn in diesem Filmporträt. Es gibt keinen Erzähler, nur gelegentlich kommen Kollegen zu Wort: Hier ein witziges Aperçu seines väterlichen Choreografen-Freundes Hans van Manen, da ein «verbaler Musenkuss» seiner Tänzerin Marlúcia do Amaral, die als Einzige der Kompanie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Nicole Strecker
2016 ist das Jahr, das zum ersten Mal in der Geschichte aller erinnerlichen Menschenjahre zu einem «Tanzjahr» ausgerufen worden ist. Dieses «Tanzjahr», federführend gesteuert vom Dachverband Tanz, wird in Deutschland ein ganzes Jahr lang dauern, so wie es 1975 das Jahr der Frau gab, wie 1986 und 2000 zu Jahren des Friedens erklärt wurden. Aber nie gab es ein...
«Der gemeinsame Nenner unserer Ausbildungen ist der Zeitgenössische Tanz – egal, ob wir für die Bühne oder die Vermittlung im tanzpädagogischen Bereich ausbilden», sagt Nikolaus Selimov, Leiter der Tanzabteilung an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK Wien), zur künstlerischen Ausrichtung seines Fachbereichs. «Das Wichtige ist die...
Was hätte ein gewisser Konrad Adenauer – Oberbürgermeister von Köln, als er 1926 aus moralischen Gründen Béla Bartóks «Der Wunderbare Mandarin» verbieten ließ –, wohl zu dieser «Lulu» gesagt? Jochen Ulrich hat sie 1990 seinem Tanz-Forum Köln hochdramatisch auf den Leib kreiert und für Furore gesorgt. Inspiriert von Frank Wedekinds literarischer Vorlage «Erdgeist»,...
