Fette Raupen, gefräßige Wände
Beim NDT II, der Junior-Kompanie des Nederlands Dans Theater, sind 16 Tänzer engagiert, je acht Damen und Herren. Der Japaner Shusaku Takeuchi, in Den Haag kein Unbekannter, spannt alle 16 vor den Karren. Für sein 38-Minuten-Stück «Caterpillar», mit dessen Uraufführung NDT II einen «Rush» überschriebenen Vierteiler eröffnet, steckt er die Frauen in lange, bunte Flatterkleidchen und die Gruppe, heftig wippend zu schweren Heavy-Metal-Rhythmen von Det Wiehl, Mark Tegefoss und André Bach, in Lack und Leder.
Er lässt Nebel wallen, Schleier flattern und die Bühne des Haager Lucent Danstheater bunt beleuchten.
Eine Tänzerin windet sich aus einem Krankenbett, in dem ein Schwerverletzter liegt, und watschelt auf den Knien in den Hintergrund. Eine andere herzt und liebkost den Patienten und löffelt ihm pantomimisch Suppe in den Mund. Sonst geht und rennt man umher, steht herum und schwenkt einander im Kreise. Dabei entsteht weder eine Handlung noch eine choreografische oder tänzerische Struktur. Vielmehr entpuppt sich Takeuchis «Raupe» als ein eklektischer Bilderbogen, eine Art Comic mit lebenden Figuren. Das wundert nicht. Denn Takeuchi hat in Tokio Kunst und Design studiert, ehe er zu ...
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