Hubbard Street Dance Chicago mit «Solo Echo» von Crystal Pite; Foto: Stephanie Berger
Fall for Dance
Harter Techno, krasses Gegenlicht und viel Nebel, man ahnt die Bewegungen der Tänzer mehr, als dass man sie sieht. Dann werden sie prägnanter, das Licht wechselt, und die Musik geht langsam in den dunklen Hip-Hop von Mobb Deep über, jener düsteren New Yorker Band, deren Rapper Prodigy im vergangenen Sommer plötzlich verstarb.
Die acht Tänzer und Tänzerinnen spielen mit dem urbanen Bewegungsvokabular der schwarzen Hip-Hop-Kultur: Annäherung, Verbrüderung, Verschwisterung, die Rituale der Begrüßung, der Kreis, in dessen Mitte das Solo entsteht – Tanz, der sich als Wettbewerb definiert. Die Energie ist aggressiv und unberechenbar, nach Phasen des Aufeinander-Zugehens verschwinden die Tänzer in Nebelschwaden, nur Einzelne bleiben zurück und bewegen sich weiter: selbstvergessen, melancholisch, unerwartet zärtlich, voll intimer Schönheit.
Höhepunkte
Der gefeierte amerikanische Choreograf Kyle Abraham genießt samt seiner Truppe Abraham.In.Motion Kultstatus bei jungen Zuschauern. Weil er sehr persönliche Arbeiten macht, deren Elemente er oft zusammen mit den Tänzern aus deren Lebensgeschichten entwickelt. «Drive», die neue Produktion, lös-te ebenfalls Begeisterungsstürme aus. Gezeigt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Andreas Robertz
Auf diesem Thema war der Deckel geradezu festbetoniert: sexuelle Belästigung im Ballettsaal, im Tanzstudio, in der Garderobe, im Direktionsbüro? Kein Kommentar! Allenfalls hinter vorgehaltener Hand … Der Weinstein-Skandal in den USA und seine weltweiten Nachbeben sorgen dafür, dass sich nun auch die Tanzszene mit Übergriffigkeit und Übergriffen bis hin zu...
Den Versuch war es wert, auch wenn der Tanz auf der Strecke blieb: Auf der imposanten Bühne des neuen Linzer Musiktheaters sucht Mei Hong Lin in der Uraufführung «Music for a while» einen Weg, den Tanzabend sinnfällig gemeinsam mit einer Partnerin im Orchestergraben zu bestreiten. Die Tanztheaterchefin steht für klar abgezirkelte choreografische Bilder. Meist lässt...
Etwas blass, sehr schlank und im blauen Sweater, den er auch ein paar Stunden zuvor für einen russischen Fernsehbericht anlässlich seiner Proben am Moskauer Taganka-Theater anhatte, kommt Andrey Kaydanovskiy zum Gespräch in Wien. An der Donau ist sein Lebensmittelpunkt, weil hier die kleine Tochter und seine Frau zu Hause sind, die charismatische Rebecca Horner,...
