Ein Memorial

Uwe Scholz: «Für Uwe Scholz» in Leipzig

Tanz - Logo

Kein Ballettabend wie jeder andere – und doch eine Vorstellung, wie sie auch einem Uwe Scholz hätte einfallen können. «Für Uwe Scholz» heißt das Gala-Programm, das ein nicht mehr realisiertes Richard-Wagner-Projekt ersetzt – und alle, alle kamen, die ihn ein Stück seines Wegs begleitet ­haben: Ehemalige Stuttgarter wie Mark McClain und Beatriz de Almeida, die tanzend noch einmal das Genie eines Choreografen beschwören. Seine Zürcher Zeit wird durch Christine Jaroszewski vergegenwärtigt, die auch zwei Jahre in Leipzig aktiv war.

Ihm zu Ehren kehren Solis­ten wie Joan Boix, Louise Chalwell, Sibylle Naundorf und Roser Muñoz ein letztes Mal auf die Bühne ihrer einstigen Erfolge zurück. Auch Paul Chalmer ist da, der neue Mann und Nachfolger, dem es nach Bürgermeisterbeschluss ab kommender Saison obliegt, das Erbe seines früheren Kollegen zu wahren und zu­gleich neue Signale zu finden für den künst­­le­rischen Klassenerhalt des Leipziger Balletts.
Das lässt sich nicht erst bitten und beweist sich unter interimistischer Leitung von Ballettmeister Ivaylo Iliev und seinem Team gleich zu Beginn als eine Solidargemeinschaft, die sich Scholzens «Siebte» zur Herzenssache macht. Wie mit dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2005
Rubrik: On Stage, Seite 70
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
MeMoRe

«Erinnerungen, das sind nur Fragmente, die Assoziationen auslösen, einige Brocken, deren Lücken dann die Fantasie ausfüllt.» So spricht kein Neurologe, sondern ein Choreograf, der dann sagt: «Erinnerung bilden durch Wiederholung die dann entstehenden und gestärkten neurologischen Netzwerke, die in einem chaotischen Register nach Wichtigkeit geordnet sind.» Wie nur...

Pamela May

Pamela May was a dancer of great classical purity and belonged to the famous early generation of Royal Ballet dancers who blazed a trail for theatre dance in Britain. Born in Trinidad, 30 May 1917, she joined the Sadler‘s Wells Ballet School at the age of fifteen, joining the Vic-Wells Ballet in 1934. Ninette de Valois and Frederick Ashton created many roles for...

Plot nicht ersichtlich – und wozu auch?

Beeinflusst das, was wir über ein Tanzstück lesen, unsere Wahrnehmung? Und inwiefern gilt dies für den Titel? «Naked» heißt das neue Stück der Ballet Boyz, und ich erwartete vor der Uraufführung in London genau das: Nacktheit, wenn auch nicht allzu viel nackte Haut. Wir bewegen uns in England, und da bewegt ein nackter Busen noch immer die Fantasie, die Nerven und...