eigenwilligkeit
ist im Tanz eine zweischneidige Sache. Auf der Bühne wird sie beklatscht, doch kaum geht der Vorhang runter, sollen Tänzer reibungslos funktionieren. Nichts verlangen, nichts einfordern, sondern brav zum Training erscheinen und Dienstpläne einhalten. Eine, die mit dieser Routine ebenso frühzeitig wie rabiat gebrochen hat, sagt derzeit: «Adieu». Mit Sylvie Guillem verabschiedet sich eine Jahrhundertballerina vom Publikum – und ein role model (Seite 16). Selbst- und sendungsbewusst hat die 50-Jährige ihre Karriere verfolgt, eigene Pläne und eigenwillige Allianzen geschmiedet.
Und vorgemacht, dass die Autonomie des Künstlers die Autonomie der Kunst hervorbringt. Sylvie Guillem war eine virtuose, charismatische Tänzerin – und ein kritischer Geist, eine emanzipierte Freibeuterin im Spitzenschuh.
Was Seltenheitswert hat in einer Sparte, die ihrerseits regelmäßig bevormundet wird: von Theaterdirektoren, Opern- und Generalintendanten, die den Tanz zum Nebenschauplatz degradieren. Einmischungen dieser Art verbittet sich die Vizedirektorin des Bayerischen Staatsballetts, Bettina Wagner-Bergelt (Seite 64): Der Tanz soll sich endlich selbst regieren, statt um Premierentermine, Orchester- und ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: editorial, Seite 1
von tanz-Redaktion
auditions______
Ballet Junior Genève
Audition: 16., 17. Mai
Bewerbungsschluss: 12. Mai
audition@ballet-junior.ch,
edgeneve.ch
Tiroler Landestheater, Innsbruck
Dancers (f/m) with an excellent classical and good contemporary technique
Auditions (by invitation only): 9, 10 May
Send a current CV and stage picture to:
ballettdirektion@landestheater.at
Paris, Ballet de l’Opéra...
gent
flanders fields
An Jeanne Brabants zu erinnern, hat das Ballet Vlaanderen allen Grund. Die Kompanie ehrt ihre langjährige, inzwischen verstorbene Direktorin denn auch nicht nur mit der Neueinstudierung von «Dialogue», in dem die Choreografin 1971 den Konflikt eines älteren Liebespaares thematisiert. Die Konfliktsituation wird unter dem Titel «Flanders Fields»...
Antoine Jully sah in jungen Jahren «1789 ... et nous» von Maurice Béjart, ein Werk mit Musik von Hugues Le Bars, der seine Kompositionen auch das ablauschte, was Béjart als «populace» feierte: den Pöbel. Le Bars kombinierte fröhlich Alltagsgeräusche wie Vogelstimmen, Kindergeschrei und Wassergluckern mit rhythmischen Patterns, was die Werbung, der Film und Béjart...
