Drei Gesichter einer Frau
In der Inszenierung von Mei Hong Lin verkörpern drei Tänzerinnen die verschiedenen Lebensphasen der letzten französischen Königin Marie-Antoinette. Núria Giménez Villaroya -gibt die junge Prinzessin. Sie ist verletzlich, unerfahren und doch voller Zuversicht, als sie – noch fast ein Kind – mit dem Dauphin, dem späteren Ludwig XVI., verheiratet wird. Nackt wird sie in die Arena gestoßen, unter lauter wilde Tiere. Ihr Aufstieg ist glamourös, ihr Fall umso tiefer. Sie endet, wie ihr königlicher Gatte, auf dem Schafott.
Zu einer wunderbaren Komposition von Walter Haupt, dem Erfinder der «Linzer Klangwolke», tanzt sie ihren Albtraum, die Kinderlosigkeit. Die ungeborenen Kinder zerren an ihr, die später doch noch Mutter wird, spülen sie weg und rauben ihr die Identität. Ein sehr intensiver Moment, bei dem Mei Hong Lins Plan aufgeht, die Psyche dieser jungen Frau und ihre Entwicklung vom verwöhnten Kind zur loyalen Ehefrau und charakterfesten Monarchin, nunmehr dargestellt von Kayla May Corbin, einfühlsam zu schildern. Nicht ganz gelingt das im letzten Drittel, wenn Andressa Miyazato die Rolle übernimmt und das Ende naht. Da fehlt es an Ruhe, Harmonie und an einem kleinen Hinweis auf die ...
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Tanz Mai 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 11
von Susanne Zellinger
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