dokumentiert: China-Hair-Connection
Samson, der alte Haudegen aus der Bibel, hatte ein Problem mit seinen Haaren. Er, der den Löwen (Mähne!) bändigte, in dessen eigenem Haar (Ras-ta!) die Bienen nisteten, übte Rache, weil ihm seine Braut geraubt wurde. Wilden Füchsen zündete er die haarigen Schwänze an, um die Felder der Philister niederzubrennen. Das Haar zeigte Macht, bis die schlaue Delila sie ihm abschnitt. Im Schlaf. Von Samson wich alle Kraft. Er wurde gefangen und geblendet. Aber das Haar wuchs nach. Da zerschlug er die Tempel und tötete die Philister zu Tausenden.
Der Langhaarige war schon immer: eine Inkarnation von Macht und Potenz. Darum schnitt man in der chinesischen Kulturrevolution kurzerhand jedes Haar kurz; der Langhaarige ist auch in Deutschland kein Typ, dem man Unterwürfigkeit oder Anpassungsbereitschaft nachsagt. 2006 begannen die langhaarige Angie Hiesl und der einstmals langhaarige Roland Kaiser ein Performanceprojekt in Köln, «… und Haar und Haar und Haar und …» mit einer Schafsherde und Köpfen, die wie Salat aus der Erde lugten und deren Haare wie Hopfen gebunden waren. Samson wütete bald darauf in China, dem Land der Geschorenen, wo Hiesl und Kaiser 2008 beim Living Dance Studio ihre ...
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Man traut sich ja selten, auf japanischen Websites herumzusurfen. Nur wenig Lesbares kommt aus dem Land der elektronischen Avantgarde. Wie körperlich die tatsächlich sein kann, präsentiert der Neurowissenschaftler Junji Watanabe auf seiner Site junji.org. Auf der linken Zeile einfach auf «Save YourSelf!!!» klicken und eine der absurdesten Tanzapplikationen...
Da kann die Stationswärterin im grauen Kostüm pfeifen, so schrill sie will, die Burschen springen trotzdem über die Absperrung, um sich die Kopeken für die Metrofahrt zu sparen. Ihre Choreografie geht so: Heranschlendern, Kurzsprint, Satz über die Sperre. Eine akrobatische Einlage, aber keiner guckt hin. Niemand applaudiert.
Im Theater verhält sich der Moskauer...
