Das Kaaitheater in Brüssel; Foto: Bram Tack
Die mittlere Generation
Brüssel kommt nach Berlin. Das kann man so lesen: Erst kommt Berlin, dann kommt Brüssel. Aber das stimmt nicht. Keine zwei Städte in Europa liefern sich ein derart knappes Kopf-an-Kopf-Rennen um ihre Bedeutung für die zeitgenössische Tanzkunst wie diese beiden Metropolen. Nun stattet Brüssel einen offiziellen Besuch in Berlin ab. Neun Künstler kommen an die Spree, Choreografen aus der sogenannten mittleren Generation zeigen am 3. und 4. November im Radialsystem V belgische Tanzkunst. Mit dabei: Leslie Mannès.
Ihre Ausbildung in Brüssel an den Performing Arts Research and Training Studios (P.A.R.T.S.) hat sie schon lange hinter sich. Ihren Namen kennt man trotz ihrer 35 Lenze noch immer nicht, jedenfalls nicht außerhalb von Brüssel.
Leslie Mannès ist, in ihrem Solo «Atomic 3001», die Frau in Rot. Das Licht von Vincent Lemaître formt ihren Körper zu einer Skulptur. Die rhythmisch schabende Musik von Thomas Turine lässt sie auftreten wie eine Kriegerin in Trance. Leslie Mannès’ Hände schneiden die Luft. Man denkt an «Kill Bill», an Uma Thurman. Immer intensiver starrt man auf ihre Hände, die in exakten Winkeln an ihrer Kehle hinauf- und in ihren Schritt hinabfahren. Sie tanzt allein. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2017
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Arnd Wesemann
Trotz der programmatisch gesetzten Farbigkeit – bei welchem deutschen Tanzfestival sieht man sonst Stepp und Cirque Nouveau einträchtig nebeneinander? – ziehen sich durch das «Colours International Dance Festival» in Stuttgart doch bestimmte Themenstränge. Bei der zweiten Ausgabe im Sommer 2017 war das neben einem breiten Spektrum weiblicher Choreografen und...
Christine Hasting, Sie starten Anfang Januar in München mit einem Fortbildungsseminar für Tanzpädagogen, die mit Amateuren der älteren Generation Tanztheater machen wollen. Warum? Seit sieben Jahren erarbeiten wir, Rainer Wallbaum und ich, unter dem Titel «Wohin des Wegs» Tanztheaterprojekte für Menschen über 60. Dabei fokussieren wir uns sechs Monate lang, einmal...
Cherchez la femme! Obwohl zeitlebens unbeweibt, haben im Junggesellen-Leben von Ernst Oppler gleich zwei Frauen eine alles entscheidende Rolle gespielt: die eine eher indirekt, die andere unmittelbar, wenn auch nicht ganz so «intim», wie man aufgrund seiner Bilder vielleicht glauben könnte.
Geschlossene Vorstellung, 1909
Frau Nr. 1: Tilla Durieux. Es werden sich...
