Die kleine Meerjungfrau
Linz, im neuen Musiktheater: Anfangs eine kleine Verwirrung um die musikalische Wiederaufführung historischer Kompositionen aus der vorletzten Wiener Jahrhundertwende. Die Linzer Tanzchefin Mei Hong Lin übertitelt ihren Abend auf der großen Bühne «Die kleine Meerjungfrau» und zeigt dann zwei Werke: Zuerst Franz Schrekers Pantomime «Der Geburtstag der Infantin» und nach der Pause Alexander von Zemlinskys bis vor Kurzem für szenische Interpretationen gesperrte sinfonische Dichtung «Die Seejungfrau».
Der einflussreiche und inszenatorisch ambitionierte Designer Eduard Wimmer-Wisgrill und die Tänzerinnen Grete und Elsa Wiesenthal brachten 1908 gemeinsam mit Schreker das nach Oscar Wilde arrangierte Kunstmärchen zur Aufführung, als szenischen Beitrag im Gartentheater der legendären Wiener Kunstschau. Elsa gab die Infantin, Grete den Zwerg. Beide sollen entzückend gewesen sein, jedenfalls wurden sie mit diesem Stück bekannt. Vorübergehend fing die damals neue Form der Tanzpantomime künstlerisches Feuer. Heute hört sich das Werk, das dem Komponisten Schreker zum Durchbruch verhalf, ihn danach allerdings – wenig überraschend – zu Überarbeitungen bewegte, dramaturgisch ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 17
von Andrea Amort
Die Frau hat sich einen Löwen über die Schultern geworfen. Sein Schweif baumelt auf der einen Seite ihrer Beine herab, auf der anderen Seite hängt sein Kopf schräg herunter und wippt ganz leicht im Takt ihrer Schritte. Aus den Hüften einer anderen Schönen wachsen Hunderte von zitternden Papierstreifen, wie Schilfgras. Vom Dekolleté einer Dritten fallen...
Sie war «solide, erdverbunden, aus schwerem Lehm, nicht aus Glas». Kein Wunder, dass sie lange Zeit nur «Die Schwester des Tänzers» war, wie der Roman von Eva Stachniak in der deutschen Übersetzung heißt. Der englische Originaltitel lautet mit mindestens ebenso großer Berechtigung «The Chosen One», denn Vaslav Nijinsky hatte Bronislava Nijinska als Opfer in...
Dieser Mann zählt zu den renommiertesten Szenografen der Republik, kaum ein Regiestar, mit dem er nicht gearbeitet hat. Seine Bühnenbilder haben auch das Tanztheater geprägt, allen voran Inszenierungen von Reinhild Hoffmann und Johann Kresnik.
In «Modelle & Interviews 2002–2016» legt Johannes Schütz nun seine Sichtachsen auf Schauspiel, Tanz und Oper frei, um...
