Die Fußstapfenfalle
Pina Bausch tanzt mit einem riesigen Film-Goldfisch. Weil ihm das Schwarz-Weiß-Foto seine Farbe klaut, werden die beiden einander noch ähnlicher. Dieses Bild zu «Danzón» hängt im Foyer des Wuppertaler Opernhauses und prangt nun überm Kopf von Dominique Mercy. Neben ihm sitzt seine Tochter Thusnelda, die wie er Mitglied im Tanztheater Wuppertal Pina Bausch ist. Was hat es hier mit dem Erben auf sich? Welche Gaben, Möglichkeiten, Wünsche, Widerstände sind damit verbunden?
Er habe nie etwas geerbt. Keine Möbel, kein Haus, kein Geld, sagt Dominique Mercy.
Aber er habe immer noch die Handschuhe seines Vaters. «Die kommen auch in ‹Walzer› vor, als Zitat», schiebt er hinterher. Was plötzlich begreiflich macht, dass sich die Bausch-Stücke aus Persönlichem der Tänzer speisen, dass aber umgekehrt auch deren eigene Geschichte und Erinnerung darin aufbewahrt wird. Als Mercy eine Rolle in «Walzer» übernahm und jeder Tänzer für eine bestimmte Szene ein Objekt vorstellen sollte, das seinen Eltern gehört hatte, brachte er diese Handschuhe ein. Der Vater war schon tot. «Das ist das Einzige, was ich von ihm habe», sagt der Sohn im Gespräch.
Thusnelda Mercy empfing Ohrringe und eine Kette der ...
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Tanz März 2014
Rubrik: traditionen, Seite 54
von Melanie Suchy
(dieser Stadt der Tanzruinen) liegt ein weites Land, das berühmt ist für seine Polder, zu Deutsch: flache Wiesen, flache Hierarchien, flache Argumente. Wie dieses hier: Die Niederlande brauchen kein Nationalballett. Jedenfalls nicht in Zeiten der Globalisierung, in denen man sich genauso gut auch einen tourenden Klassiker wie «Schwanensee» aus Russland kaufen kann....
So tief, so weit, so nah am Publikum. Der Bühnenraum von Till Kuhnert birgt viele Assoziationen zu Shakespeares Tragödie von der tragischen Liebe zwischen Romeo und Julia. Auch in Görlitz wird dafür die Ohrwurm-Musik von Sergei Prokofjew bemüht, und doch sieht alles ganz anders aus als gewohnt. Eine neoklassische Version war bei der Tanzcompany von Dan Pelleg und...
Wie sind Sie überhaupt zum Zeichnen gekommen. War das wichtig für Sie?
Sehr. Schon als Kind. Lange vor dem Tanzen war das Zeichnen mein nächstliegendes Ausdrucksmittel. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich als Kind, als Jugendlicher nachts angefangen habe zu zeichnen und darüber die Zeit völlig vergessen habe – so, dass ich es am nächsten Morgen gar nicht...
