Der Spitzenschuh
Der Spitzenschuh ist ein Synonym für das klassische Ballett. Ohne dieses äußerlich zierlich anmutende, in schimmerndem rosa Satin lieblich die eigene Kraft und Komplexität verleugnende Hochleistungswerkzeug wäre nämlich der Spitzentanz unmöglich, mithin die Technik, deren Optik für die Einordnung des Tanzes in die Rubrik «Ballett» entscheidend ist. Ballett erkennt man am gestreckten Körper, von der Fußspitze bis zum Scheitel; dem himmelwärts Streben der Tänzerin in Arabesquen und Pirouetten. Im Zehenstand verliert der Tanz Bodenhaftung und gewinnt Transzendenz.
Sein Lebenselixier durch die Zeiten.
Nicht von ungefähr entspricht das den Idealen der Romantik, deren widerstandsfähigstes Geschöpf noch heute die klassische Ballerina ist – gleichermaßen unzeitgemäß wie zeitlos. Erhalten werden soll ihr ätherisches Erscheinungsbild, sie ist Wassernymphe, Elfe, Sylphide und verwunschenes Schwanenmädchen, Wili, Fee und Schattenwesen. Aber im 21. Jahrhundert: keine Esoterik ohne Science-Fiction. Um die feine Illusion des Übernatürlichen athletisch zu perfektionieren, kommen zu neuesten neurowissenschaftlich fundierten Trainingsmethoden auch technisch hochausgefeilte Arbeitsinstrumente. Der ...
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Mikhail Baryshnikov ist immer noch die Nummer eins. Sein unendlicher Mut lässt ihn noch immer neue Risiken eingehen, als fantastischer Tänzer der er ist, egal ob er in dramatischen Stücken des Schweden Mats Ek zusammen mit der großartigen Ana Laguna auftritt oder in Soli arbeitet, die Alexei Ratmansky für ihn schuf, in denen er mit selbstironischer Geste sein...
Auf der Suche nach einer Ballerina: «Wo ist Lisa-Maree Cullum?» Die Community war letztes Jahr in Aufruhr, im Sommer wurde in Internet-Foren nach der Münchner Ersten Solistin geforscht. Von einer Knieoperation munkelte man, und dass die Neuseeländerin, die seit über zehn Jahren zum Bayerischen Staatsballett gehört, vielleicht nie mehr wieder auf die Bühne...
Eisiger Wind fegt über den Friedhof Montmartre. Warum nur lässt sich dieses Grab nicht mehr finden, es war doch irgendwo in der Nachbarschaft von Théophile Gautier, nicht weit von der Ruhestätte der Brüder Goncourt? Oder doch näher bei Heinrich Heine und Hector Berlioz? Komischerweise ist es auch vom Friedhofsplan verschwunden.
Da erscheint hinter der nächsten...
