Der Komplize: Herman Sorgeloos
Anne Teresa De Keersmaeker, Herman Sorgeloos, wie kamen Sie beide zusammen?
Herman Sorgeloos: Alles begann mit dem «Kaaitheater Festival» in Brüssel und der Premiere von «Rosas danst Rosas» im Théâtre de la balsamine. Der damalige Festivalleiter Hugo De Greef schlug mich Anne als Fotograf vor, weil er meine Fotos von Jan Decortes «Mauser/Hamletmachine» kannte und sich vielleicht dachte, dass mein Arbeitsstil gut zu Rosas passen würde.
Obwohl ich mein Fotografiestudium an der Brüsseler Sint-Lukas-Kunsthochschule erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete ich zu dem Zeitpunkt gar nicht hauptberuflich als Fotograf, sondern war primär Assistent des bildenden Künstlers Paul Gees. Um finanziell über die Runden zu kommen, arbeitete ich nachts von 22 bis 6 Uhr zusätzlich in einem Fotolabor. Da ich noch kein Profi war, musste ich mir damals eine Leica borgen. Jedenfalls schlug mich das Stück «Rosas danst Rosas» augenblicklich in Bann. Ich weiß noch, wie ich dachte: Verdammt, wenn das Modern Dance ist, will ich mehr davon sehen! Als ich damals zum ersten Mal Rosas fotografierte, beschränkte ich mich zunächst auf Aufnahmen, die ich während der Proben aus relativ großer Entfernung machte.
Anne ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Fotografen, Seite 68
von Pieter T’Jonck
Tanzkrimi des Jahres: Das Bolshoi
Choreograf des Jahres: John Neumeier
Tänzerin des Jahres: Anne Teresa De Keersmaeker
Kompanie des Jahres: Ballett am Rhein
Tänzer des Jahres: Stuttgarter Männer
Newcomer des Jahres: Dada Masilo
Hohe Wangenknochen, geheimnisvolle Augen, eine fein geschnittene Adlernase: Andrej Uspenski ist ein attraktiver Mann. Auf der Bühne gibt der muskulöse und sprungstarke Tänzer des Royal Ballet in London eine durch und durch maskuline Erscheinung ab. Doch was Uspenski als Tänzer vor allem anderen auszeichnet, sind seine naturgegebene Musikalität und sein intuitives...
Es ist nun mal Tradition. Zu einem Opernhaus gehört ein Ballett. In allen großen Städten ist das so. Und wo es mal nicht so ist, wie in Köln, wo man statt Ballett den zeitgenössischen Tanz in die Oper ließ, da gibt es bald gar keinen Tanz mehr. Davon haben sich die Schweden aber wenig beeindrucken lassen. Das altehrwürdige GöteborgsOperans Balett ist erst letztes...
