der goldene schuh: serie: tanz-mode
Statistisch gesehen, kauft jeder Bundesbürger vier Paar Schuhe pro Jahr – die Damen eher mehr, die Herren eher weniger. Ballett-Tänzerinnen indes verbrauchen vier Spitzenschuh-Sets häufig schon binnen zwei Wochen. Und wer meint, den Kunstinstrumenten sei mit der Alltagsdevise «aussuchen, reinschlüpfen, fertig» beizukommen, ist falsch gewickelt.
So ein Spitzenschuh wächst sich schnell zum Nadel-und-Faden-Tagewerk aus, gibt es doch jenseits der obligatorischen Fessel-Bänder vielfach verbreitete Nachbesserungspraktiken: Häkelschlingen rund um die Spitze sorgen für standsichere Balancen, verstärkte Fersennähte verhindern den gefürchteten Pantoffel-Effekt, und harte Sohlen werden mit allerlei Klopf- und Biegeprozeduren fügsam gemacht.
Das alles hat der goldene Spitzenschuh noch vor sich, dem zur Uraufführung von Christopher Wheeldons «Cinderella» (siehe S. 24) im Foyer des Amsterdamer Muziektheater ein Gala-Ambiente bereitet wird: Auf Samtkissen gebettet, thront das famose Stück mitten in einem elegant gezimmerten Verkaufsstand, den zwei zuvorkommende Junior Sales Manager betreuen. Für 100 € kann jeder Premierenbesucher den Glitzerfetisch erwerben und damit nicht nur eine ...
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Tanz Mai 2013
Rubrik: praxis, Seite 72
von Dorion Weickmann
Prolog
Sagt die Journalistin,
«Wir müssen über den Tanz in Köln reden.»
... dann heißt es von:
Kajo Nelles, Geschäftsführer Landesbüro Tanz:
«Nicht schon wieder.»
Wolfgang Hoffmann,
Ex-Referent für Tanz und Theater der NRW-Landesregierung:
«Also über einen ständigen Abstieg.»
Hanna Koller,
Programmleitung Tanz der Städtischen Bühnen:
«Frustrierend.»
Georg Quander,...
Sasha Waltz, in Sankt Petersburg, Paris, Brüssel und Berlin gibt es «Sacre du printemps» künftig sogar zweimal.
Ja, gezeigt wird zum einen die Urfassung von Vaslav Nijinsky, in der Rekonstruktion von Millicent Hodson und Kenneth Archer für das Joffrey Ballet von 1987. Millicent und Kenneth haben sie mittlerweile schon bei vielen Kompanien einstudiert, auch am...
Der neue Abend «b.14» des Balletts am Rhein ist ein großer Wurf. Nicht Höhe und Weite zählen hier, sondern die Haltung des jeweiligen Werfers. Marcos Menha und So-Yeon Kim geben in Antony Tudors 1975 entworfenem Pas de deux aus «The Leaves are Fading» ein friedvolles Paar, niemand muss hier etwas beweisen, einfordern, abladen. Pures Ballett, inniges Vertrauen. Sie...
