der dresscode
abendgarderobe________
Seit sieben Jahren tanzt der Kanadier Stéphan Bourgond bei den Ballets de Monte Carlo. Was auf der Bühne getragen wird, bestimmt er so wenig wie seine Kollegen. Dafür revanchiert er sich im Alltag mit einem Kostüm-Mix von Stretch bis zu schrillster Haute Couture. Abendempfänge haben Auftritts-Charakter, auch dabei schlüpft Bourgond in eine Rolle. Durchaus ironisch gibt er den Nerd, obwohl er selbst kein Computer-Addict ist – und garniert das Ganze mit einer Fliege. Bis nach Japan verfolgt ihn der Kauftrieb für solche Accessoires.
Er bedauert, nicht alle Farbtöne mitgenommen zu haben. Mit dem Jackett, das er in Stockholm erstand, belohnte er sich selbst für einen Gala-Auftritt mit Birgit Keil. Des Hipsters größte Angst aber ist: der Schuhkauf!
Jackett: J. Lindeberg. Fliege: Lanvin en Bleu
in schwarz________
«Ich bin wie ein Chamäleon», sagt Mimoza Koike, Erste Solistin der Ballets de Monte Carlo, von sich. Weil sie ständig wechselt: «Mal hochhackig, mal burschikos mit flachen Schuhen und Unterhemden für Männer». Eine alte Gewohnheit: «Ich bin so groß, dass ich in Japan oft gezwungen war, Jungenkleidung zu tragen. Wie froh war ich, in Europa meinen Geschmack in ...
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Tanz Juli 2013
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Thomas Hahn
Beobachtet man, wie Ältere mit Kindern spielen, fragt man sich mitunter, wer von beiden kindischer ist. «Dudududu», machen die Erwachsenen, schneiden Fratzen, kullern mit den Augen, rümpfen kurios die Nasen. Kinder sind zu so etwas noch gar nicht fähig. Warum tut man so was? Um dem Kind ein Lachen zu entlocken? Eine Theorie besagt, Erwachsene machen das Kind nur...
be berlin, be dimensione_________
serie: tanz-mode
Manchmal lässt der Zufall die besten Geschäftsideen keimen, auch wenn sie eine Weile nachreifen müssen. Als Inhaber eines renommierten Berliner Modehauses flog David Kramberg regelmäßig zum Ordern nach Mailand. Immer ging’s über die gleiche Route in die Innenstadt, immer vorbei an den gleichen Schaufenstern – nur...
Abschiede gibt es immer wieder. Für Jean-Christophe Maillot allerdings beginnt mit «Les adieux» eine Erfolgsgeschichte, die noch längst nicht abgeschlossen ist. Am 22. Dezember 1986 stellt sich der damalige Direktor des Centre Chorégraphique National de Tours an seiner späteren Arbeitsstätte mit einem Ballett vor, das noch nicht unbedingt Weltbewegendes an sich...
