Der Beobachter: Henry Leutwyler
Henry Leutwyler, was hat Sie bewogen, diesen Bildband zu machen? Es sind nicht unbedingt perfekte Augenblicke – im Sinn des konventionellen Ballettverständnisses –, die Sie festhalten.
Mein Hauptanliegen war es, Schönheit einzufangen. Und ich glaube nun mal, dass Schönheit nicht in der Perfektion zu finden ist. Die Perfektion einer bestimmten Tanzproduktion abzulichten, das wurde doch schon hunderttausendmal gemacht.
Ich schätze den Hausfotografen des NYCB sehr, nur warum sollte ich mich auf ein neues Buchprojekt einlassen, wenn es schon jemanden gibt, der die Perfektion der Kompanie dokumentiert? Schließlich können doch die Zuschauer diese vollkommenen Momente im Theater mit eigenen Augen erleben, wenn sie nur aufmerksam hinschauen.
Wie würden Sie den Band ins fotografische Umfeld einordnen?
Natürlich habe ich vorab meine Hausaufgaben gemacht und mich umgeschaut: Wie sehen Fotobücher zum Thema Tanz heute eigentlich aus? Mir gefiel nicht, was ich da sah: seitenweise Abbildungen von Grands Jetés, aufgenommen im perfekten Moment, aus perfektem Kamerawinkel. Das ist doch fast schon Werbefotografie.
Was setzen Sie dagegen?
Ehrlich gesagt ist doch alles auf der Welt schon mal gemacht ...
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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Fotografen, Seite 76
von Claudia Lo Rocco
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