Der Ballettarchitekt
An Marius Petipa kommt man nicht vorbei. Er ist eine der zentralen Figuren der Ballettgeschichte. Dafür spricht allein schon die Tatsache, dass der Begriff «Ballett» häufig als Synonym für eine seiner Kreationen verwendet wird. Wer «Ballett» sagt, meint nicht selten «Schwanensee», «Paquita» oder «La Bayadère».
Beeindruckend ist auch Petipas bewegte Biografie. 92 Lebensjahre, in denen sein Weg von der Geburtsstadt Marseille über Stationen in Frankreich, Belgien, Spanien und Amerika schließlich für über ein halbes Jahrhundert an das Sankt Petersburger Mariinsky-Theater führte.
Vom Ersten Solisten arbeitete er sich zum Ersten Ballettmeister, zum Direktor des Kaiserlichen Balletts empor. Vor allem aber brachte er die Gattung Ballett entscheidend voran.
Marius Petipa verbindet die Reinheit des aus Frankreich kommenden klassischen Tanzes mit der Virtuosität italienischer Provenienz. Auf der Basis dieser Synthese entwickelt er seine eigene unverwechselbare Tanzsprache. Er definiert die zentrale Rolle der Primaballerina und denkt die Funktion des Corps de ballet völlig neu. Petipa ist ein Ballettarchitekt ersten Ranges. Dabei beeindruckt mich immer wieder, wie sehr er sich selbst über ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Menschen, Seite 30
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