Denkfiguren
Im Korridor des sechsten Stocks im Haus Nummer 5 an der Zürcher Kreuzstraße hängen die Druckfahnen fürs nächste «MAG». An der Wand entlang reihen sich Texte und Bilder fürs kommende Magazin des Opernhauses Zürich: ein Interview mit dem Ballettdirektor Christian Spuck über seine neueste Arbeit «Winterreise», ein Interview mit Goyo Montero über sein Stück «Submerge», ein Text über Filipe Portugal und dessen «Echo of Elements», Selbstauskünfte von Louis -Stiens -über seine Choreografie «Wounded», ein Porträt des Tänzers Daniel Mulligan und und und.
Unter Druck
Das Magazin soll in Druck gehen. In zweieinhalb Wochen ist Premiere von Spucks «Winterreise». Wir haben unser Gespräch auf diesen Mittwoch geschoben, damit Michael Küster einen freigeräumten Tisch hat. Zumindest für eine Stunde. Noch aber fehlt sein Interview mit dem Dirigenten Emilio Pomàrico über Hans Zenders Bearbeitung von Schuberts Liederzyklus «Winterreise». Das hat er am Tag davor führen können – jetzt will es transkribiert und festgeschrieben werden. Der Drucktermin wird zum Druck, der auf dem Dramaturgen lastet. Michael Küster ist derlei gewohnt, aber derzeit geht er durch eine besonders hektische Zeit. Er beschreibt ...
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Tanz November 2018
Rubrik: Serie: Hinter den Kulissen, Seite 64
von Lilo Weber
Auch Tänzer werden älter. Es fällt nur selten auf, weil sie in der Regel prompt durch jüngere Kollegen ersetzt werden. Doch wer sagt, dass alle Tänzer jung sein müssen? Tanz ist kein Sport, sondern Kunst. Und die kennt kein Alter. Eigentlich. «Die Senioren hören mit dem Tanzen ohnehin nicht auf. Sie tanzen im Kopf, sie unterrichten, oder sie tanzen am Strand», sagt...
Damien Jalet, in «Suspiria» sind sämtliche Tanzlehrerinnen Hexen. Das Böse macht den unschuldigen Elevinnen einer privaten Ballettschule ordentlich Beine. Will man so etwas wirklich choreografieren?
Natürlich, ja! «Suspiria» von 1977 ist einer meiner Lieblingsfilme. Die Idee, Hexenkunst und Tanz zu verbinden, ist doch großartig. Man denkt gleich an Mary Wigmans...
Sie wuchs bei einer alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen auf und landete im Corps de ballet der Pariser Oper. Gut eineinhalb Jahrhunderte später wäre sie keine Notiz mehr wert, hätte der Schriftsteller Claude Schopp nicht unlängst einen Brief entziffert, den Alexandre Dumas d. J. 1871 an George Sand schrieb. Darin entrüstete sich der Romancier- -über...
