david bintley

Der Choreograf und Leiter des Birmingham Royal Ballet verehrt sich und seiner Truppe ein besonderes Jubiläumsgeschenk: eine Allegorie auf den Sonnenkönig. Spiegel seiner eigenen Regentschaft?

Tanz - Logo

Als Erstes fällt sein Yorkshire-Dialekt ins Ohr, leicht abgeschwächt nach jahrelanger Tätigkeit in London und anderswo, aber noch immer mit dem unverkennbaren Tonfall der Region um Huddersfield, wo er 1957 geboren wurde: warm, entspannt, freundlich, wie David Bintley selbst. Er trägt einen blauen Pulli und Jeans, ist mittelgroß gewachsen, und sein dunkles Haar zeigt erste Spuren von grau. Sein neckischer Charme und seine Offenheit erwecken den Eindruck, als kenne man den Mann schon sein ganzes Leben lang.

Beflissen, selbstironisch und humorvoll, lässt er aber zuweilen auch den nordenglischen Sturkopf durchblicken, wenn seine Lippen oder seine Augen bei bestimmten Fragen schmaler werden: David Bintley ist kein geborener Diplomat, dafür aber ein geradliniger Gesprächspartner.

Sein 20-jähriges Dienstjubiläum als Artistic Director des Birmingham Royal Ballet (BRB) bestritt der Brite mit einem abendfüllenden Doppelprogramm aus «Carmina Burana», seiner allerersten Arbeit für die Kompanie, und einem neuen, von Gérard Corbiaus Film «Le Roi Danse» inspirierten Stück über den jungen Ludwig XIV. Bintleys Ballettkreation «The King Dances» feiert die Ursprünge des höfischen Tanztheaters mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August-September 2015
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Mike Dixon

Weitere Beiträge
hamburg: chaignaud/bengolea «devoted»

Devoted, bis in die Fußspitzen! François Chaignaud und Cecilia Bengolea verschreiben sich ganz dem Spitzenschuh. Dabei traten der Bretone und die Argentinierin 2005 noch mit «Pâquerette» auf den Plan, um per Dildo das Gesäß als choreografisches Zentrum zu entblößen. Der Fingerzeig in Richtung Intimität galt als die Geburtsstunde dieser neuen Enfants terribles im...

london on tour

It‘s done. Nach einem ersten Anlauf in St. Pölten (tanz 1/15) und einer Arbeitsphase in Darmstadt hatte nun tout Berlin beim Festival «Foreign Affairs» das Vergnügen, die Vollendung zu betrachten, einer Überwältigung beizuwohnen und einen Gänsehautfaktor zu erleben, den der Israeli mit Wohnsitz London ähnlich wie seine Landsfrau Sharon Eyal aus der Clublandschaft...

düsseldorf: rocío molina «bosque ardora»

Rocío Molina ist ohne Zweifel die vielseitigste und interessanteste Choreografin und Tänzerin der jungen Flamenco-Generation. Die aus Málaga stammende «Danzaora» – ein Kunstwort, das sie selbst geschaffen hat, um zu betonen, dass sie sich nicht als reine Flamencotänzerin betrachtet – entfachte zuletzt bei ihrem Auftritt anlässlich der Flamenco-Biennale in Sevilla...