Das Liebe Geld
«Ich brauche ja wenig Geld zum Leben», seufzt die Choreografin Ingeborg Liptay in ihrer Wohnung in der, so wörtlich, «Straße der Schatzmeister der Börse» im Herzen von Montpellier. Sie zeigt den Stuhl, auf dem einst ihr Lehrmeister Kurt Jooss Platz nahm, als er sie besuchte. Was Liptay betrübt, ist, dass sie ihre Stücke kaum noch aufführen kann. Deren Thema ist die Harmonie von Geist und Bewegung. Das liegt nicht gerade im Trend. Unbeirrbar repräsentiert sie nouvelle danse aus einer Zeit, als Begriffe noch Identität stifteten.
Wer weiß denn heute, was er mit «zeitgenössischer Tanz» eigentlich meint? Schlimmer: Die Verwirrung geht so weit, dass Jean-Paul Montanari auf der Bilanzpressekonferenz «seines» Festivals Montpellier Danse stimmgewaltig verkünden konnte, dem «zeitgenössischen Tanz» gehe die Puste aus. Allerdings hatte er keine Wahl, denn sonst hätte er seinem größten Geldgeber widersprochen.
Der heißt Georges Frêche, ist Ministerpräsident der Region Languedoc-Roussillion und steuert aus dem Steuersäckel die Hälfte des Budgets bei. Frêche hatte tags zuvor im Radio verkündet, nach 2010 und dreißig Jahren Montpellier Danse müsse man mal so richtig
dazwischenhauen und neue ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Héla Fattoumi und Eric Lamoureux sind nicht nur ein Dauerbrenner in der Tanzlandschaft, sondern auch privat unzertrennlich. Da passt kein Feigenblatt zwischen Liebesglück und choreografische Kreativität. Außergewöhnlich ist das in doppelter Hinsicht. Choreografen, die ihre Werke zu zweit signieren wie etwa Salia Sanou und Seydou Boro oder Martin Zimmermann und...
Klar, Vladimir Malakhov hat etwas zu sagen, und seine beiden Schüler scheinen davon auch zu profitieren. Drei Szenen hat der Intendant des Staatsballetts Berlin jeweils für seine in Japan produzierten «Master Lessons» ausgewählt, um die beiden Youngsters vom Tokyo Ballet nicht zu überfordern – und da das Coaching auf Englisch geschieht (mit einer ganz und gar nicht...
Manche Geburtstage haben es in sich. Am 6. Juni wurde Valentina Savina siebzig, und das Staatsballett Berlin würdigte seine Chefballettmeisterin zu mitternächtlicher Stunde mit einem «Happy Birthday», gesungen in 32 Sprachen. Dass der Jubel-Akt nach einer «Onegin»-Aufführung nicht auf der Bühne stattfand, sondern im Kasino der Staatsoper, ließ sich noch irgendwie...
