dada masilo «swan lake»
Worum geht es im Ballett? «Mädchen tanzen im Mondschein und tragen Tutus.» Diese Antwort stammt vom Journalisten Paul Jennings und sorgte bei der Uraufführung in Lyon schon für Lacher, noch bevor so recht klar war, wie frech Dada Masilo den «Schwanensee» und damit das Ballett insgesamt aufs Korn nimmt. Zunächst hat ein gewisser Wolfgang, als Sprachrohr des sarkastischen Kritikers, viel zu erzählen über virile Sprungtechnik, enttäuschte Elfen, amouröses Chaos und die Stereotypen des Corps de ballet.
Während der Entertainer sich in die Burleske steigert, illustrieren die Tänzer hinter ihm seine Thesen, spitzen sie auf die kabarettistisch angekündigte Begegnung zwischen «Top Man» und «Top Girl» zu. Das «Top Girl» ist Masilo selbst, eine furiose, unschlagbar virtuose Odette. Mit enorm schnellen Bewegungen schwingt die Südafrikanerin das Zepter. Hier hat allein Odette das Sagen, nicht etwa der Lehrer oder die Königin, die einzigen weißhäutigen Figuren. Ein Rotbart fehlt ohnehin. Denn die Frage lautet hier ganz grundsätzlich: Wie verhält sich westliches Ballett, wenn es von innen heraus durch ein Bewegungsvokabular afrikanischer Provenienz und mit entsprechender Energie ausgehöhlt wird? ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Thomas Hahn
auditions______
Friedrichstadt-Palast, Berlin
Dancers (f/m) with acrobatic skills and experience in show, jazz, tap and hip hop dance. Classic and modern dance training essential
Audition: March 11, 12, 2013
Applications with CV and photo to: ballettdirektion@show-palace.eu
Carte Blanche, Bergen
Dancers (f/m) with solid ballet and contemporary dance technique,...
wollte Gutes tun – und hat sich eine Menge Ärger eingehandelt. Der gebürtige Kubaner, regelmäßiger Gaststar beim Royal Ballet in London, denkt so langsam ans Aufhören und deswegen über eine neue Lebensaufgabe nach. In Havanna ist er fündig geworden. Dort modert seit fast 50 Jahren ein Campus vor sich hin, auf dem Fidel Castro einst alle nationalen Kunsthochschulen...
So werbewirksam wie der Titel ist das Programm zusammengesetzt: Roberto Scafati erweitert Strawinskys «Frühlingsopfer» zu einem ganzen Jahreszeitenzyklus. Was böte sich da trefflicher an als Vivaldis Violinkonzerte «L’Estate» und «L’Inverno». Auch sie sind Programmmusik, spielen aber auf einer deutlich freundlicheren Skala als Strawinskys schroffes Avantgardewerk....
