Charleroi on tour: Boris Charmatz «Infini»

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Boris Charmatz hat die Leitung des Centre Chorégraphique National in Rennes abgegeben, für ein anderes will er sich so schnell nicht bewerben. Ihn interessieren Institutionen neuer Art. Eine nationale französische Tanzkompanie fände er spannend, dann wären auch monumentalere Projekte möglich. Das sagte er bei «Montpellier Danse», wo sein neues Stück «infini» herauskam – was sich nur mit einem Klammertrick übersetzen lässt: «Unendlich(keit)». Dafür geht er selbst auf die Bühne.

Aus Spaß, aber vielleicht auch, weil seine Möglichkeiten derzeit eben nicht «infini» sind, auch wenn es seiner neu gegründeten, freien Kompanie gutgeht. 

«infini» ist ein Stück fast ohne Musikeinspielung. Dafür erheben die fünf Interpreten ihre Stimmen umso lauter. Das Quintett rattert Zahlenreihen herunter, manchmal gerade so, als gehörten sie zu einer Liturgie oder okkulten Messe. Dann klingt es wiederum, als würde der Text eines Kinofilms durch Zahlen ersetzt, als wären wir im Fitnessstudio oder im Ballettsaal, als zählten wir die Toten auf einem Schlachtfeld oder die Verletzten während einer Demonstration. Manche Zahlenreihen sind unendlich. Charmatz interessiert sich für vulgarisierte Mathematik und die ...

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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Kritik, Seite 50
von Thomas Hahn

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