CD des Monats
Schwer vorzustellen, dass eine Mary Wigman einst ihrem ersten «Totentanz» ausgerechnet Orchestermusik von Camille Saint-Saëns unterlegt hat. Irgendwie passt das nicht zusammen, wiewohl der französische Komponist seine «Danse macabre» so suggestiv in Töne gesetzt hat, dass dabei nicht nur die Knochen klappern. Im Grunde ist sein Opus 40 ein klassisches Violinkonzert, selbst wenn es nicht mal ansatzweise eine ganze Geisterstunde dauert.
Andrew Wan ist der Solist dieser Einspielung, und er holt aus seiner Fiedel so fahle Klänge heraus, als wär’ er Gevatter Tod persönlich. Kent Nagano dirigiert das Orchestre symphonique de Montréal, und der Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper achtet darauf, dass auch bei diesem Totentanz der Hahnenschrei der Oboe zum richtigen Zeitpunkt erfolgt.
Ganz ähnlich bei «L’apprenti sorcier» von Paul Dukas. Auch hier lässt Nagano das Scherzo enden, bevor es den «Zauberlehrling» ins Uferlose mitreißt: ein magisches Stück Musik, das sich ebenso gut in einen makabren Musik-Kontext reiht. Von der «Mittagshexe» Antonin Dvoráks über «Eine Nacht auf dem kahlen Berge» von Modest Mussorgsky, die selten gehörte «Tamara» von Mili Balakirew und «Hallowe’en» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2017
Rubrik: Medien Februar 2017, Seite 61
von Hartmut Regitz
Ricardo Fernando trägt die brasilianische Sonne im Herzen. Wenn auf seiner Stirn düstere Wolken aufziehen, ist die Lage ernst. Am Theater Hagen ist die Lage ernst: Intendant, Generalmusikdirektor, Jugendtheaterleiter und mit Fernando nun auch noch der Ballettdirektor und Chef-Choreograf gehen zum Spielzeitende (tanz 12/16 und 1/17). Der 46-Jährige übernimmt in...
Deutschland
On tour
«Best of Rock the Ballet» mit Rasta Thomas’ Bad Boys of Dance: Hannover, Theater am Aegi, 2. Febr.; Lippstadt, 3. Febr.; Bremen, Musical Theater, 5. Febr.; rock-the-ballet.de
«piano piano» Acht Tänzerinnen und Tänzer aus drei Tanzensembles, K. Kvarnström & Co, Andersson Dance und Zero Visibility Corp., bewegen sich zur Musik von Franz...
Amsterdam
Made in Amsterdam 1 & 2
Ted Brandsen, Chef von Het Nationale Ballet, hat sich was vorgenommen: Er will nicht nur seine Kompanie, sondern das Ballett in die Zukunft pushen. Dafür sorgt er mit einem prominent besetzten Symposion, das von zwei Bühnenprogrammen flankiert wird. «Made in Amsterdam 1» vereint Schlüsselwerke wie Hans van Manens «Frank Bridge...
