Cayetano Soto
Höchste Zeit, dass dieser Choreograf seine überbordenden Ideen, seine szenischen Verrücktheiten, Bewegungsfantasien und Multimedia-Experimente endlich dosiert und auf ein abendfüllendes Stück verteilt.
Cayetano Soto ist ein Schnelldenker mit einem Problem: Er kann seine Fantasien kaum disziplinieren.
Bislang hat der 1975 geborene Spanier mit kürzeren Produktionen brilliert, denen die Begeisterung für Stilrichtungen jeglicher Couleur anzumerken war: Neoklassische Elevation und moderne Erdung, Tanztheater-Effekte und zeitgenössische Fragmentierung – egal, alles darf in seine Stücke. Hauptsache, es ist schnell und hat Witz. Nach einer Ausbildung in Barcelona und Den Haag ging er zum balletttheater München, gab dort 2002 sein Debüt als Choreograf. Ein gutes Dutzend Stücke sind seitdem entstanden, viele davon verblüfften. Etwa sein wunderbares Stück «Canela fina». Eine optische, aber auch olfaktorische Betörung.
Ein Duft liegt in der Luft – es ist Zimt, spanisch eben «Canela», der den Bühnenboden bedeckt und bei jeder Bewegung aufwirbelt. Die Tänzer agieren im duftenden Sand so leicht und unberechenbar, als wären auch sie Feinpartikel der Zimtwolken – und kämpfen doch gegen die ...
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