buch: schwanensee
Wer kennt nicht «Schwanensee»? Auch wer das Ballett noch nie gesehen hat, verbindet mit dem Titel etwas: klassischen Tanz in Reinform, eine Metapher für Ballett an sich, ein Märchen für Kinder (auch wenn im Libretto gleich mehrere Märchen verarbeitet sind). Und jetzt gibt es «Schwanensee» als erotisches Bilderbuch: Astrid Martini hat die Geschichte vom Prinzen Siegfried, der sich in die unschuldige Odette verliebt und auf den Zauberer Rothbart und dessen Tochter Odile hereinfällt, neu gefasst. Klar, dass es am Hof des Prinzen gar wollüstig und zügellos zugeht.
Und am Ende, nachdem der Prinz Rothbarts Betrug erkannt hat, darf er sich mit dem reinen Schwan in süßester Leidenschaft vereinen.
Die Triebhaftigkeit jener weit zurückliegenden Zeit, von der im «Schwanensee»-Libretto die Rede ist, sucht man indes in Sabine Schönbergers erotischen Aufnahmen vergebens. Unterkühlt, arg stilisiert, manchmal sehr an glatter Werbeästhetik entlang inszeniert sie Paare und Gruppen, lenkt sie das Auge des Betrachters penetrant auf leicht geöffnete Münder und sehnsüchtige Blicke. Das wirkt denn mehr schwülstig als prall sinnlich.
www.plaisirdamourbooks.com
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