brigitta luisa merki

Die Schweizerin ist im Kampf mit der Tradition selbst Tradition geworden, was ihr manche Kuratoren verübeln. Trotzdem bringt sie unverdrossen den Flamenco en route

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Was für ein Kampf: 30 Jahre lang die Exotin zu bleiben, im eigenen Land genauso wie dort, wo der Flamenco herkommt. Brigitta Luisa Merki geht ihren Weg leise, stetig und entschlossen, wahrscheinlich nicht konfrontativ genug für die heutige Zeit. Die Schweizer Flamenco-Choreografin begreift ihr Exotentum dennoch als Chance: «Es ist schwerer, in Spanien etwas auszuprobieren, was nicht die Tradition ist. Wenn man außen ist, hat man es einfacher.

»

Das Hinausweisen über Tradition und Virtuosentum, das Durchdringen des Flamenco mit Tanztheater, zeitgenössischen Stilen, Weltmusik oder Literatur, all das praktiziert sie seit Jahren mit ihrer Kompanie Flamencos en route in einer Vielfalt von künstlerischen Zugriffen, durch inhaltliche Schwerpunkte oder über rein formale Kriterien, im Kammerformat oder in Großproduktionen – stets jedenfalls ganz und gar stimmig. Die Kritiken sind enthusiastisch, die Vorstellungen ausverkauft, und dennoch kann die Choreografin ihre Flamenco-Stücke oft nicht mehr in den Schweizer Tanzhäusern unterbringen: «Das passt nicht ins Profil», werde ihr beschieden. Der spanische Nationaltanz, früher einmal ganz selbstverständlich Teil der Festivals und Tanzwochen, ist ...

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Tanz Dezember 2014
Rubrik: menschen, Seite 24
von Angela Reinhardt

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